Freitag, 16. Juni 2017

Open Water (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0374102/

Susan (Blanchard Ryan) und Daniel (Daniel Travis) stehen mit beiden Beinen fest im Leben. Beide haben einen festen Job und gehen in ihrer Arbeit voll auf, wobei nur leider die Beziehung oftmals zu kurz kommt. Ein gemeinsamer Urlaub soll alles wieder ins rechte Licht rücken und so entschließt man sich, einen romantischen Urlaubstrip auf einer karibischen Trauminsel zu buchen. Die Farbe des Wassers lädt zu einem Tauchgang ein, also fährt das junge Paar mit einer Tauchergruppe aufs offene Meer hinaus - nicht ahnend, dass dieser Tauchgang schon bald zu ihrem schlimmsten Albtraum werden wird...

Kein Film für Actionfans und sicher nicht der beste Vertreter seiner Art, aber angenehm spannend und unterhaltsam mit einem durchaus realistischen Szenario: ein Pärchen wird beim Tauchgang im Wasser alleine zurück gelassen, weil dem Bootspersonal ein menschlicher Fehler unterläuft. Was aus einer Bagatelle, für eine große Tragödie werden kann – zwei Taucher werden doppelt abgestrichen, weil ein Taucher mit neuem Tauchpartner nochmals unter Wasser gehen, aber dementsprechend auch ein zweites Mal an Bord kommen. Durch die Verkettung der kleinen Unfälle bleiben Susan und Daniel alleine im offenen Meer zurück, umgeben vom endlosen Ozean, Quallen und Haien.

Dabei müssen sie auch menschlich eine schwere Zeit durchmachen, denn ihre Beziehung wird zwischenzeitlich sehr auf die Probe gestellt. Nachvollziehbar und realistisch. Mit Interesse und Anteilnahme verfolgt der Zuschauer das Paar beim Ausharren, dem Streiten, dem Versöhnen, dem Bangen – und dem letztendlichen Empfinden von Zusammenhalt, der sich in der Notlage offenbart. Nicht minder von Interesse ist aber der subtile Thrill im unmenschlichen Lebensraum des Ozeans, dem Reich der wilden Tiere, doch auch der angsteinflößenden Leere. Kein Boot, das zu erreichen wäre. Niemand, der helfen kann.
So fiebert man mit. Mit 80 Minuten ist das Werk kurz und knackig, das Abenteuer, Thriller und (Tier-)Horror verbindet und mit ein wenig Drama anreichert. Dabei bleibt man immer glaubhaft, wirkt nicht übertrieben oder will gewollt eine Granate einbauen, die dort gar nicht hinein passt. Wenn man noch die geringen finanziellen Mittel und die Umstände in Betracht zieht, ist das ein geniales Werk. So was ist mal innovativ.

6,5/10