Samstag, 27. Mai 2017

Sully (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3263904/

Am 15. Januar 2009 wird der Pilot Chesley B. Sullenberger (Tom Hanks) zum absoluten Helden in den USA, aber auch auf der ganzen Welt, weil „Sully“, so sein Spitzname, mit seinem Airbus A320 eine Notwasserung auf dem Hudson River in New York durchführen muss und diese wie durch ein Wunder auch schafft. Zur Seite steht ihm dabei sein Co-Pilot Jeff Skiles (Aaron Eckhart). Das Drama nahm seinen Lauf, als nur kurz nach dem Start vom LaGuardia Flughafen ein Schwarm Vögel in das Triebwerk des Fliegers geriet und für deren Ausfall sorgte, sodass die Maschine abzustürzen drohte. Alle 155 Personen überleben die Notlandung nahezu unverletzt und trotzdem muss Sullenberger bei den nachfolgenden Untersuchungen zu dem Unfall und der Notlandung um seinen guten Ruf als erfahrener Pilot fürchten, den er sich mit mehr als 20.000 Flugstunden hart erarbeitet hat.

Clint Eastwoods neuer Film "Sully" über die geglückte Notwasserlandung im Hudson River vom 15. Januar 2009 ist deshalb so gut, weil er sowohl von Menschlichkeit im allgemeinen Sinne erzählt, als auch seine Figuren menschlich agieren lässt. Letzteres äußert sich insofern, als dass die Trennung zwischen Helden (Captain Chesley "Sully" Sullenberger, gespielt von Tom Hanks sowie Copilot Jeffrey Skiles, gespielt von Aaron Eckhardt) und Antagonisten (die Flugsicherheitsbehörde) zum Ende hin überraschend aufgebrochen wird. Spannend ist sein Flugzeug-Film zudem, da er das Geschehen dieses turbulenten Januarnachmittags aus mehreren Blickwinkeln wieder und wieder zeigt und sich daraus nach und nach neue Details ergeben.

Am verblüffendsten ist dabei die Sichtweise der Büroarbeiter in umliegenden Hochhäusern, die an die Bilder der Gebrüder Naudet vom 11. September 2001 erinnert. Die emotionale Verbindung zwischen Zuschauer und den unmittelbar betroffenen Passagieren wird von Eastwood erfolgreich mit kleinen Momenten aufgeladen, sodass das Geschehen dem Betrachter tatsächlich nahe geht. Die Regie-Legende zeigt eine präzise Beobachtung einfacher Menschen und tut gut daran, nichts zu überdramatisieren. So endet "Sully" auch nicht mit großer Musik, wortlosen Blicken und peinlichen Applaus-Orgien, sondern einfach mit einem netten Satz und einer Abblende zu Schwarz. Und das ist erneut einfach nur klasse.

"It wasn't just me, it was all of us. Jeff, Donna, Shila and Dureene. And all passengers, rescue workers. And traffic control, helicopter crews and scuba Cops. We all did it! We survived."

8,5/10

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