Samstag, 1. April 2017

The Majestic (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0268995/

Der B-Movie-Autor Peter Appleton (Jim Carrey) wird unschuldig Opfer der Kommunistenhatz während der McCarthy-Ära zwischen 1947 und 1956. Auf die Schwarze Liste geraten, wird er in einen Unfall verwickelt. Die Folge: Amnesie. Er landet in dem kleinen Küstenort Lawson, wo ihn der alte Kinobesitzer Harry Trimble (Martin Landau) für seinen seit neun Jahren im Krieg verschollenen Sohn hält. Trotz leichter Bedenken übernimmt er die Rolle und renoviert zusammen mit Harry das alte Kino. Mit seiner Eingewöhnung in die heile Welt von Lawson wächst auch die Lebensfreude der verschlafenen Stadt. Doch die Idylle findet ein jähes Ende, als ihn seine Verfolger aufspüren: Er muss sich vor dem House of Unamerican Activities verantworten und hat damit eine Aufgabe zu bewältigen, die große Ansprüche an seine neugewonnenen Werte und Überzeugungen stellt...

Frank Darabont, dessen Vita als Regisseur ziemlich überschaubar, dafür aber mit Referenz-Werken wie "The Green Mile", "The Mist" und dem absoluten Nonplusultra "Die Verurteilten" äußerst effektiv ausgefallen ist, drehte 2001 mit Jim Carrey in einer seiner weiteren ernsten Rollen, dieses atmosphärische Drama mit leicht komödiantischem Anteil, das zugleich eine tiefe Verbeugung vor dem altehrwürdigen Kino vergangener Tage darstellt.

Auf wunderbar kitschige Art der 50er Jahre erzählt Darabont, was passiert, wenn Demokratie nicht gelebt, sondern sich selbst überlassen wird und was passiert, wenn wir immer nur dem Neuen hinterherhetzen und das Alte sang- und klanglos im Keller verschwinden lassen. Was passiert, wenn wir nur nörgeln und reden, anstatt Mut zur Veränderung zu fassen und handeln. Er zeigt, und das ist nicht das Schlechteste, was Filme zeigen können, das wir oft besser sind, als wir glauben und das wir selbst dieses Bessere zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens wachrufen könn(t)en. Alle Menschen dieser Welt sind wie die Zellen eines einzigen Körpers und wie diese Zellen müssen wir einfach nur harmonisch zusammenarbeiten, sonst sind wir nicht überlebensfähig. Dazu bedient sich Frank Darabonte auch noch des perfiden Mittels, die Figuren des Films mit wundervollen Schauspielern zu besetzen.

Es ist Jim Carreys beste, weil wohl glaubwürdigste Performance seiner Karriere. Er ist wie geschaffen für diese Rolle, ebenso seine traumhafte Partnerin Laurie Holden. Neben den zahlreichen Darstellern wie James Whitmore, Martin Landau, Hal Holbrook und Jeffrey DeMunn, huschen immer wieder hier und da weitere bekannte Gesichter durchs Bild, die teils schon in den anderen Filmen Darabonts mitgespielt haben. Dies unterstreicht einmal mehr den Status des Films als Hommage an das Kino im Allgemeinen und das der 50er Jahre im Besonderen. Zudem überzeugen das hübsche 50er-Flair, der tolle Score und die Geschichte über den vermeintlich flüchtigen Kommunisten, der sein Gedächtnis verliert und plötzlich in einer regelrechten Traumwelt erwacht, um allmählich wieder zur Besinnung zu kommen. Es ist eine wunderbare Geschichte über das Leben und wie kleine Veränderungen ein Leben komplett verändern und in andere Bahnen lenken können.

Man kann nun in "The Majestic" eine rührselige Schnulze sehen oder man kann hinter der bunten und gefühlsduseligen Fassade das erkenne, was sich die meisten Menschen insgeheim herbeisehnen - das wir es schaffen, irgendwann einmal alle harmonisch zusammen zu leben und das wir die Dinge um uns herum beizeiten mehr wertschätzen, damit wir ihnen nicht später nachtrauern müssen und abgesehen von der finalen Kommunisten-Hatz und der damit wohl leider unumgänglich verbundenen Wendung ist "The Majestic" ein ganz großer Film.

8/10