Dienstag, 25. April 2017

The Accountant (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2140479/

Christian Wolff (Ben Affleck) ist mit einem besonderen Talent für Mathematik zur Welt gekommen. Als Hochbegabter mit genialen Fähigkeiten tut er sich enorm schwer, soziale Kontakte zu pflegen. Getarnt als kleinstädtischer Steuerberater macht er heimlich die Buchhaltung für einige der gefährlichsten Unterweltvereinigungen auf dem Planeten. Doch vor dem Steuerfahnder Ray King (J.K. Simmons) ist seine Deckung irgendwann nicht mehr sicher. Chris fliegt auf – und akzeptiert deshalb einen neuen Auftrag, bei dem er die Buchhalterin einer Firma für Robotik, Dana (Anna Kendrick), bei der Aufklärung von Abrechnungsunstimmigkeiten in Millionenhöhe unterstützen soll. Aber noch während er tiefer in das verwirrende Geflecht aus Zahlen eindringt, sterben auf mysteriöse Weise immer mehr Menschen in seinem Umfeld...

Der durchaus charismatische aber irgendwie schauspielerisch ungelenk wirkende Ben Affleck mimt hier passend einen hochfunktionalen Asperger-Superheld, der zwischen Bürostuhl und Ein-Mann-Kommando sich für Doppel-Moral und Gerechtigkeit einsetzt.

Mal wieder auf einem Black-List-Drehbuch (von Bill Dubuques) basierend, kann sich Regisseur Gavin O'Connor nicht so recht entscheiden ob er hier ein Drama über einen Inselbegabten, einen eiskalten Action-Film oder eine absurde Parodie aus beiden machen wollte. Und dies ist gleichwohl Stärke und Schwäche des Films. Die seltsam überladene, in diverse Erzählrichtungen strebende sowie durch verschiedenste Genres mäandernde Handlung dürfte zum chaotischsten zählen, was im Filmjahr 2016 in Gestalt eines starbesetzten, Multi-Millionen Dollar teuren Mainstream-Streifens in den Kinos zu sehen war. Dieser inhaltlich arg dünne aber wendungsreiche B-Unsinn erreicht durch seinen ständig-irritierenden Tonfall-Wechsel mehr Wert als ihm eigentlich zu zusprechen ist. Weder das Motiv des hochbegabten, autistischen Rechengenies als Mafia-Steuerberater, mit seiner Unfähigkeit soziale Kontakte zu pflegen, noch die rudimentäre Thriller-Geschichte, mit seinen Verzweigungen von kriminellen Machenschaften einer Robotik-Firma und Recherche der US-Steuerbehörde, werden wirklich sauber herausgearbeitet. Der Film springt ab und zu in die private Vergangenheit, dann in Krimi-Bahnen, dann wieder zur empathisch-schrulligen Liebesgeschichte, immer kurz unterbrochen von handfesten Kopfschuss-Ballereien und versiert choreografierten Nahkämpfen, bis am Ende ein bleihaltiger Showdown mit grimmigen Humor erreicht ist.

Ständig ufert der Streifen in alle Richtungen aus, ist mal sensibel dann grob. Aber genau das machte für mich den Reiz aus. Das ist nicht unbedingt im klassischen Sinne "gut", aber durchaus unkonventionell, überraschend amüsant und mit einigen interessanten Bildern gezeichnet. 

7,5/10

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