Sonntag, 9. April 2017

Planet Of The Apes - Planet der Affen (1968)

http://www.imdb.com/title/tt0063442/

Im Jahr 1972 begibt sich der Astronaut George Taylor (Charlton Heston) mit einem Forschungsteam an Bord eines Raumschiffes, um den Weltraum zu erforschen und andere Welten zu entdecken. Nach 18 Monaten erwacht er aus dem künstlichen Tiefschlaf: Aufgrund der Zeitdilatation schreibt man auf der Erde bereits das Jahr 3978. Das Schiff ist auf einem fremden Planeten über einem See abgestürzt, nur drei von ursprünglich vier Crewmitglieder haben überlebt. Nachdem sich Taylor mit seinem beiden Kollegen Landon (Robert Gunner) und Dodge (Jeff Burton) an Land gerettet hat, beginnen sie das weite Ödland zu durchforsten und stoßen dabei auf eine Gruppe von Menschen, die wie wilde Tiere leben und offenbar nicht sprechen können. Plötzlich werden sie von einer Horde aufrecht gehender, bewaffneter Primaten attackiert. Bei der darauffolgenden Treibjagd werden die drei Männer getrennt und Taylor gefangen genommen. Er muss feststellen, dass die zivilisierten Affen die Vorherrschaft auf dem Planet haben und sich die Menschen als Sklaven halten. Die Tierpsychologin Zira (Kim Hunter ) und ihr Verlobter, der Archäologe Cornelius (Roddy McDowall) bemerken bald, dass sich Taylor von seinen Artgenossen unterscheidet und versuchen ihm zu helfen. Der oberste Verkünder des Glaubens, Dr. Zaius (Maurice Evans), sieht durch ihre Bemühungen jedoch die Vorherrschaft der Affen bedroht und klagt sie der Ketzerei an...

Eine Dystopie mit Kultcharakter. Die Romanvorlage ("La Planète des singes" von Pierre Boulle) wird zwar verdreht, was nicht so schön ist, aber die kultige Darstellung dessen, was die Menschheit sich selber anzutun im Stande ist, verdient einen Extrapunkt. Denn nach wie vor ist dieser sehenswerte und mitreißende Endzeitfilm einer der besten Science-Fiction-Filme der späten 60er Jahre. Die perfekte Mischung aus Satire und grotesker Fiktion bietet nicht nur eine recht intelligente Story und interessante Charaktere, nein, der wohl bemerkenswerteste Aspekt dieses Filmes, welcher ihn zu einem filmhistorisch wertvollen Werk macht, sind die Affenkostüme. Wozu heute diverse digitale Capture-Verfahren benötigt werden, wurde Ende der 60er nur ein Team hervorragender Maskenbildner benötigt. Regisseur Franklin F. Schaffner erwies sich als Meister seines Fachs. Bei einem Budget von etwa 5,8 Millionen Dollar spielte der Film für die damalige Zeit eine recht hohe Summe von über 26 Millionen Dollar ein und wurde zu einem Kassenschlager, der 4 Fortsetzungen und eine TV-Serie nach sich zog.

 
Besonders der Beginn ist etwas verstörend, wenn die Rollen klar verteilt sind: Der Mensch ist das Tier, zu dumm um gezähmt zu werden. Wir wissen: Das ist unfair, das stimmt so nicht, und unweigerlich denkt man in die Geschichte zurück und erkennt: Ähnlich wurde mit diversen Bevölkerungsgruppen auch verfahren. Und wenn am Ende der Wahnsinn des Krieges angeprangert wird, ist der Zuschauer auch kein besserer Mensch, dann vielleicht aber ein wenig sensibilisiert.

"Beware the beast Man, for he is the Devil's pawn. Alone among God's primates, he kills for sport or lust or greed. Yea, he will murder his brother to possess his brother's land. Let him not breed in great numbers, for he will make a desert of his home and yours. Shun him; drive him back into his jungle lair, for he is the harbinger of death."

Dieses Zitat aus den heiligen Schriften der Affen ist das beste Beispiel für die Schärfe der Sozialkritik, die dieser Klassiker des SciFi-Kinos enthält. Da wäre die Warnung vor der atomaren Zerstörung unserer Zivilisation, die der Film vor allem in der ersten und letzten Szene anspricht, aber auch eine Kritik daran, wie wir Menschen intelligente Tiere wie die Affen behandeln (Tierversuche, Zoos) und was der Mensch wohl machen würde, wenn einer von ihnen plötzlich zu sprechen anfangen würde. Zudem auch eine Kritik an wissenschaftsfeindlicher Theokratie und Kreationismus, wie die Affen sie betreiben und auch Rassismus gibt es bei den Affen, den Schimpansen werden allgemein als minderwertiger angesehen als die Orang-Utans.

Diese Kritik an menschlichen Verhaltensweisen und der modernen Gesellschaft mag stellenweise etwas dick aufgetragen sein, ist aber das, was "Planet der Affen" von den meisten anderen Filmen des Genres deutlich abhebt. Die allseits bekannte Pointe am Ende ist sensationell und genau die sorgt dafür, das dieser Film nicht so schnell in Vergessenheit gerät. Es ist eine großartige Parabel über Mensch und Tier, Natur und Kultur, Religion und Wissenschaft, Herrschaft und Unterdrückung, Macht und Ohnmacht. "Planet der Affen" ist eben ein zeitloser Klassiker und Meilenstein, den man gesehen muss, wenn man in diesem Genre mitreden möchte.

8/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen: