Samstag, 22. April 2017

[KINO FFFnights] Eat Local(s) (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4401006/

"Eat Local" spielt in einem einsamen Bauernhaus auf dem Land. Hierher kommen die Vampire Großbritanniens, um sich zu einer großen Zusammenkunft einzufinden, die nur alle 50 Jahre einmal einberufen wird. Doch die Blutsauger werden diese Nacht nicht unter sich bleiben. Der junge Sebastian (Billy Cook) aus Essex kommt ebenfalls voller Erwartungen hierher, weil die wunderschöne Vanessa (Eve Myles) ihm eine aufregende Nacht versprochen hat. Welcher Art diese Aufregung ist, hätte sich Sebastian aber wohl selbst in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können, den Vanessa stellt den jungen Mann ihren blutdurstigen Freunden vor. Als wäre dies nicht genug hat eine Gruppe speziell ausgebildeter Vampirjäger von der Versammlung Wind bekommen. Sie wollen nun als schwer bewaffnete Party-Crasher den Zirkelmitgliedern ein für alle Mal einen Pflock ins Herz treiben. Da haben sie sich allerdings ein bisschen zu viel vorgenommen. Fest steht nur, dass nicht jeder die blutige Nacht im Farmhaus überleben wird...

Die Horror-Action-Komödie "Eat Local" ist eine ganz andere Art von Vampirfilm, die auch ganz sicher nicht jedem Genrefan zusagen wird. Der altbekannte und alteingesessene britische Schauspieler Jason Flemyng verkehrt in seinem Regiedebüt die ureigene Prämisse des Genres und macht aus den spitzzahnigen Jägern Gejagte, die sich einen Nacht lang mit Klauen, Zähnen und sogar schweren Maschinengewehren gegen ihre Gefangennahme zur Wehr setzen, denn der todbringende Sonnenaufgang rückt Sekunde um Sekunde immer näher. Auf der anderen Seite stehen drei Squads des britischen Militärs, die neben der Bekämpfung der Vampirgefahr noch ganz andere Interessen an den Blutsaugern haben. Und so ist es schön zu erleben, dass hier nicht zum tausendsten Male immer und immer wieder die gleichen Geschichte erzählt wird. Hier sitzen die Vampire eingekesselt in der Falle und trotz ihres übermenschlichen Daseins haben die Sieben alle Hände voll zu tun, um aus ihrem nach und nach zersiebten Refugium irgendwie heraus zu kommen.

"Eat Local" beschränkt sich völlig ausreichend auf einen Gutshof und dessen angrenzende Wälder und Felder. Doch was innerhalb dieser beschränkten Umgebung geboten wird ist herrlicher, britischer, trocken-schwarzer Humor in Reinform, gepaart mit etwas Slapstik und überbordernder, aber nie zur Farce verkommenden Action, ein wenig Blut hier und da und natürlich einem etwas naiven Typen, der irgendwie zwischen den Stühlen sitzt und keine Ahnung von dem hat, was hier eigentlich gerade los ist. Da der auch noch von Grundauf sympathisch ist und von Billy Cook auch herrlich dargestellt wird, ergibt sich durchaus die eine oder andere urkomische Szene. Aber auch die Vampire, allen voran Tony Curran als Peter Boniface, haben ihre Momente und der Ausbruch von Granny Alice (Annette Crosbie) mit Rollator und Maschinengewehr zu The Damneds "Smash It up" unterstreicht wohl die gesamte Stimmung des Films. Auf der Seite des Militärs hat "18", der Scout-Soldier, dargestellt von Johnny Palmiero, die eine oder andere zum Brüllen komische Szene.

Dass dann hier eben auf beiden Seiten nicht alles so glatt läuft und allerortens Opfer zu beklagen sind, ist da unausweichlich und gibt "Eat Local" auch den nötigen Drive. Zwischen urkomischen Dialogen gibt es immer wieder physische Konflikte und wenn auf beiden Seiten alle dann so richtig angepisst sind, entlädt sich dies in einem herrlichen Showdown. Und obendrauf gibt es noch eine richtig starke, böse Schlusspointe, die ihr Ziel nicht nur angreift, sondern vernichtet. Gefällt.

6,5/10