Montag, 3. April 2017

Flash Gordon (1980)

http://www.imdb.com/title/tt0080745/

Der skrupellose Diktator Ming (Max von Sydow) herrscht über den Planeten Mongo und auch wenn die Namenswahl für sein Imperium aus zeitgenössischer Sicht etwas unglücklich ausgefallen ist, strebt er danach das gesamte Universum unter diesem Banner zu vereinen. Der intergalaktische Imperator hat ein eigenwilliges Hobby: Alle tausend Jahre sucht er die Planeten der umliegenden Sternensysteme mit Naturkatastrophen heim. Sollten die Ereignisse als Naturkatastrophen wahrgenommen werden, lässt er die Bewohner des Planeten in Ruhe. Wenn sie aber die Präsenz einer höhere Macht erkennt, zerstört er ihre Welt zu seinem Vergnügen. Eines Tages beschließt er die Erde aus dem Universum zu pusten. Der Footballspieler Flash Gordon (Sam J. Jones) und die Reiseleiterin Dale Arden (Melody Arsen) sind gerade mit dem Flugzeug nach New York unterwegs, als sie in einen Meteoritenschauer geraten und notlanden müssen. Dabei fallen sie direkt in die Hände des größenwahnsinnigen aber genialen Wissenschaftlers Dr. Hans Zarkov (Topol), der das wahre Ausmaß der Bedrohung längst erkannt hat und die beiden in eine Rakete zum Planeten Mongo setzt. Flash Gorden bleibt nur noch wenig Zeit, um den fiesen Diktator aufzuhalten und die Erde vor dem Untergang zu bewahren...

"Flash Gordon" folgt der Tradition von "Plan 9 From Outer Space", der später noch Werke wie "Dune" oder "Battlefield Earth" ebenfalls folgen werden: er ist ein furchtbarer Science Fiction Film - und dabei gleichzeitig spaßiger als jede Komödie. Man weiß nicht, inwiefern sich das Werk ernst nimmt oder nicht - dass man kein nächstes "Star Wars" drehen wollte, ist eine Sache, aber gewisse Dialoge und Szenen kann man einfach nicht bewusst so dämlich geschrieben worden sein - aber man weiß, dass einem das, was herauskam, den Tag versüßt.

Filme wie diesen treffend zu bewerten ist generell schwierig. Auf der einen Seite sind sie grauenhaft schlecht und scheitern auf chaotischste Weise, was für eine besonders niedrige Punktezahl sprechen würde, andererseits würde man sie jedem uneingeschränkt weiterempfehlen, der lauthals lachend und amüsiert seine Zeit verbringen will. Da gibt es Filme wie die 1967er Verfilmung von "Casino Royale" oder "Stealth", durch die es sich auf schmerzhafte Weise durchzuquälen gilt - das sind doch die wahren schlechten Filme, während "Flash Gordon" wohl eher unfreiwillig aus seinem wüsten Szenario den meisten Spaß herausholt. Dass dies nicht immer absichtlich passiert ist, zeigt sich vor Allem an den teils haarsträubenden Dialogen, deren Gedankensprünge oftmals Welten beinhalten. So antwortet eine einstmals böse Figur auf die Feststellung "Sie haben den Code verändert" mit den Worten "Ich habe mich auch verändert". Und der Dritte im Bund, der daneben stand, kann es sich nicht nehmen auch seinen Senf dazuzugeben: "Ich mich auch". Und als unser Held auf einer kleinen mit Pfeilspitzen besetzten Plattform über einem in den Tod führenden Abgrund in einem Zweikampf um sein Leben ringt, meint die weibliche Protagonistin von der Tribüne aus herzergreifend: "Flash, ich liebe dich, wir haben nur mehr 14 Stunden, um die Welt zu retten!" Da wir ja alle wissen, dass man im Kampf um Leben und Tod gerne daran erinnert wird, dass man hinne machen sollte. Ah ja, und die Sache mit der Liebe. Hierzu muss ich auch einmal die Geschichte von "Flash Gordon" erläutern: der Footballstar Flash Gordon (offenbar kein Künstlername) fliegt zusammen mit der unter Höhenangst leidenden Reiseleiterin Dale zusammen in einem Privatflugzeug. Die beiden wechseln ein paar Worte miteinander, dann werden die Piloten plötzlich von einem Strahl getroffen und vaporisiert. Flash, der rein zufällig gerade das Fliegen lernt, muss von einer mysteriösen Sonnenfinsternis (roter Rauch verdeckt den Fixstern) umgeben eine Notlandung einleiten. Brillanter Dialog: "Hast du diesen Teil der Flugausbildung auch gelernt?" "Ich habe schon gewartet, dass du mich das fragst - nein."

Dies sind nur einige der vielen Kuriositäten aus "Flash Gordon", die sich nicht alle aufzählen lassen. Unzählige seltsame Masken geben ihren Teil dazu bei, da wirkt die musikalische Untermalung von Queen schon fast zu gut. Die Darsteller spielen von hölzern bis schmalzig überzogen, und sind in jedem Fall eine Augenweide für Fans von sympathisch dämlichen Filmen. Die Frage, die sich mir nur stellt, wie stehen Leute, die mit dem Streifen aufgewachsen sind, zu diesem Werk? Ist das, was hier rezitiert wird, für sie Blasphemie? Lieben sie den Film trotz oder gerade wegen seines sympathischen Versagens auf allen Ebenen? Oder ist sogar genau das Gegenteil der Fall? - Man kommt jedenfalls nicht umhin, als "Flash Gordon" als perfekte Komödie zu bezeichnen: die Comic Relief-Szenen, wie etwa das Basketballspiel, funktionieren prächtig und der ganze Rest ist unfreiwillig komisch. Und wenn man rückblickend über den Film resümiert, geht das Amüsement sogar noch weiter. Kann man besser unterhalten werden?

7/10