Freitag, 28. April 2017

Big Trouble In Little China (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0090728/

Der unbedarfte, aber zupackende Trucker Jack Burton (Kurt Russell) sieht sich in der Pflicht, seinem chinesischen Freund Wang Chi (Dennis Dun) zu helfen, der in San Franciscos Chinatown ein Restaurant betreibt. Denn der böse David Lo Pan (James Hong) hat die Verlobte (Suzee Pai) Wang Chis entführt. Was zunächst nach einem ganz gewöhnlichen Verbrechen aussieht entpuppt sich als übersinnliches Abenteuer, da David Lo Pan keineswegs ein sterblicher Mensch, sondern ein uralter Geist ist, der die Entführte für ein bizarres Ritual braucht. Jack und Wang Chi wissen, dass sie die Aufgabe nicht alleine bewältigen können. Deswegen nehmen sie die Unterstützung des magisch begabten Touristenbusfahrers Egg Shen (Victor Wong), der Anwältin Gracie (Kim Cattrall), der Reporterin Margo Litzenberger (Kate Burton) und des Kellners Eddie Lee (Donald Li) in Anspruch, um David Lo Pan unschädlich zu machen und die Verlobte Wang Chis zu befreien...

John Carpenter und Kurt Russell zum Dritten. In "Big Trouble In Little China" wird Russell mal wieder vor Aufgaben gestellt, die kaum zu bewältigen sind, durch die er sich aber unter mithilfe seines winzigen, chinesischen Kumpels Wang Chi (Dennis Dun) durchschlängelt. Seit diesem Streifen hier sind alle weiteren Double-Teams ein lauwarmer Aufguss vergangener Zeiten, denn wie Dennis Dun und Kurt Russell sich hier durch den Untergrund der bösen Banden in Chinatown boxen und schießen, ist schlichtweg in seiner pointierten, aber nie überbordenden Ironie ein liebenswerter Genuss. Dabei konfrontiert man unseren gewieften, aber völlig ungläubigen LKW-Fahrer Jack Burton (Kurt Russell) mit der chinesischen Mythologie und schwarzer Magie, was auf witziges Unverständnis bei diesem alteingesessenen Roadtrip-Amerikaner stößt und so kann man natürlich mehr als nur einmal seinen ungläubigen Blicken zusehen und seinen naiv-angriffslustigen Sprüchen im Angesicht von irgendwelchen mystischen Halbgöttern lauschen. Egal wie offensichtlich hier die Magie und der Zauber ihm ins Gesicht springen, so richtig wahrhaben will er das ganze nicht, was er auf eine geniale Art natürlich auch immer wieder unmissverständlich kundtut.

Die Figuren sind auf allen Seiten klasse und auch hier erkennt man wieder, dass sich Carpenter nicht immer ernst nimmt, dafür hier jedoch eine irrwitzige, aber simple Story zu bieten hat, in die man einfach ein paar der unterschiedlichsten Charaktere hineinwirft und sie mit dem ganz klar gekennzeichneten Bösen konfrontiert. Die funktionieren alle einfach unheimlich gut zusammen. Und diese Action-Fantasy-Komödie ist einfach deshalb so genial, weil sie genau das tut, was sich andere Vertreter seiner Zunft so ohne weiteres nie und nimmer trauen würden. Hier kommen Magier aus dem Himmel auf die Erde herunter und demonstrieren ihre Zauberkünste auf so eine martialische Art und Weise, dass man zwangsläufig wieder zum kleinen Jungen wird, der sich damals noch vor solchen angsteinflößenden, übermenschlichen Kreaturen gefürchtet hat. Ob kontrollierte, grelle Elektroblitze in der Hand oder einsaugendes Licht aus den Augen, hier begegnet man einer Welt der schwarzen Magie, wie sie wohl noch nie da gewesen ist, natürlich in den Griffen des überzeichneten Bösen. Carpenter kombiniert hier übertriebene Fantasy-Effekte mit handgemachter Action, einer dafür brillanten Kulisse und untermalt das ganze dann mit einem beträchtlichen, elektronischen Synthi-Soundtrack, der auch hier wieder neben den scheinbar hoffnungslosen Befreiungsversuchen unseres Duos für Spannung sorgt. Nicht wirklich verwunderlich, dass der Soundtrack zu einem der besten der Achtziger gehört aber Carpenter hat ja ohnehin ein Faible für gute Synthis.

Und überhaupt scheint "Big Trouble In Little China" - so pompös wie dieser eigentlich kleine Film ist - nicht wirklich aus dieser Zeit zu stammen, wenn man sieht, was unser Regisseur für einen solch unkonventionellen Genreausflug alles auffährt. Herausragende Kostüme, überbordendes CGI, revolutionärer Sound, all das eigentlich untypisch für ein trashiges B-Movie und doch kam es so zustande und man kann sich eigentlich nur über dieses letztendliche Kultfilmchen freuen. "Big Trouble In Little China" ist ganz sicher ein kleiner Geheimtipp in Carpenters Filmographie, den wahrscheinlich noch nicht viele kennen, der aber für jeden einen Heidenspaß kurzweiliger Natur zu bieten hat, der wenigstens ein bisschen lustig drauf sein kann. Kurz und gut: John Carpenters Edeltrasher aus den 80ern macht auch heute noch mächtig Spaß beim Ansehen. Der herrlich krude Genremix mit einen bestens aufgelegten Antihelden Kurt Russell lassen einen gerne über die ein oder andere Schwäche hinwegsehen. Aber coole Sprüche, ein Hauch Fantasie, jede Menge Action, keine Minute langweilig, klasse Schauspieler, gute Musik und ein perfektes Erzähltempo machen aus "Big Trouble In Little China" einfach einen unterhaltsamen Streifen.

8/10