Montag, 17. April 2017

Beneath The Planet Of The Apes - Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

http://www.imdb.com/title/tt0065462/

Fortsetzung des Science-Fiction-Klassikers „Planet der Affen“, in dem sich die beiden Astronauten Brent (James Franciscus) und Skipper (Tod Andrews) auf einer Rettungsmission befinden, um die verschollene Crew des ersten Teils um Astronaut Taylor (Charlton Heston) zu finden. Dabei reisen die beiden Astronauten wie ihrer Vorgängercrew weit in Zukunft und landen ebenfalls auf dem Planet der Affen. Nach dem Tod Skippers trifft Brent auf die stumme Menschenfrau Nova (Linda Harrison), die ihn in die Stadt der Affen führt. Da Menschen dort weiterhin als unterprivilegierte Lebensformen angesehen werden, nehmen die Affen Beide gefangen und stellen sie öffentlich zur Schau. Nur die beiden Schimpansen Zira (Kim Hunter) und Cornelius (David Watson) bemühen sich darum, die Gefangenschaft für Brent und Nova angenehmer zu gestalten, da sie den Menschen wohlgesonnen sind. Aber natürlich denkt Brent über Flucht nach.

Unterhaltsame, ordentliche, aber auch seltsame erste Fortsetzung von Schaffners Weltraumfabel, die auf den ersten Blick nur am Anfang ideenlos wirkt, aber leider auch viel Potential verschenkt. Zwar finden sich auch hier wieder ein paar gesellschaftskritische Anspielungen, sie erreichen aber bei Weitem nicht die philosophische Tiefe des Erstlings. Sowohl Affen als auch Menschen werden in diesem Teil auf gefährliche Art und Weise indoktriniert. Die eher global gehaltenen Reflexionen und Aussagen des Vorgängers verknüpft Regisseur Ted Post hier ebenso explizit wie ungalant mit stark dem damaligen Zeitgeist und -geschehen entlehnten Überzeugungen und Symboliken, kreiert dabei aber immerhin im Mittelteil phasenweise ein reizvolles Potpourri aus apokalyptischer Atmosphäre und Bildern des Verfalls jedweder Zivilisation. Man hat es mit zwei gleichermaßen militarisierten und ideologisch verblendeten Gesellschaften zu tun, wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. In beiden Gesellschaften gibt es Hierarchien und soziale Ungerechtigkeiten, und auch die neue Kriegsführung der Menschen ist durchaus interessant (hier tötet man die Feinde nicht mehr selbst, sondern bringt sie per Gehirnmanipulation dazu, sich gegenseitig umzubringen). Im Vergleich zum ersten Teil ist mir die konkrete Ausformulierung der Gesellschaftskritik aber ein wenig zu platt und eindimensional. Sie wirkt teilweise ziemlich erzwungen und das Ende ist mehr als nur plakativ. Die intelligenten Dialoge des Vorgängers wurden hier größtenteils durch blutige Kämpfe und Verfolgungsjagden ersetzt.

Inhaltlich erschließt sein Film - abgesehen vom verunglückten Finale, dessen Herleitung dabei ebenso befremdlich wie albern daherkommt - bei der Ausformulierungen bereits getroffener Feststellungen enttäuschender Weise kein Neuland, sondern bedient sich ideenlos an der Grundmetapher des vertauschten Rollenverhältnisses von Mensch und Affe, ohne wirklich neue Aspekte hinzuzufügen. Was den Film aber trotzdem sehenswert macht, ist die offene Kritik an der Strategie der nuklearen Abschreckung und damit einer der schönsten Dystopie-Einfälle der 70er: telepathisch begabte, mutierte Kellermenschen, die eine Kobaltbombe als ihre Gottheit anbeten. Diese Bombe wird hier von den Menschen als "holy weapon of peace" verehrt. Und die Anbetung dieser "glory bomb" muss man sich tatsächlich mal ansehen und verinnerlichen. In diesem Sinne: "Glory be to the Bomb, and to the holy fallout. As it was in the beginning, is now, and ever shall be. World without end. Amen."

6,5/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen: