Sonntag, 12. März 2017

The Windmill - The Windmill Massacre (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2923088/

Jennifer Harris (Charlotte Beaumont) versucht, ihre düstere Vergangenheit in Amsterdam hinter sich zu lassen. Um sich vor der Polizei zu verstecken, schließt sie sich einer Touristengruppe an. Mit ihr reisen unter anderem Jackson (Ben Batt), Takashi Kido (Tanroh Ishida), Curt West (Adam Thomas Wright) sowie Nicholas Cooper (Noah Taylor). Die Tour will die schönsten Windmühlen der Niederlande abklappern. Als der Sightseeing-Bus allerdings in der Pampa liegenbleibt, sucht die Gruppe gezwungenermaßen Zuflucht in einer kleinen Hütte , die genau neben einer besonders gruseligen Windmühle liegt. Der Legende nach hat dort früher ein vom Teufel besessener Müller nicht etwa Korn gemahlen, sondern die Knochen der Dorfbewohner. Als nach und nach immer mehr aus der Gruppe verschwinden, entdeckt Jennifer etwas, das alle Beteiligten verbindet - und sie möglicherweise alle in den Tod stürzen könnte.

"The Windmill Massacre" ist ein niederländischer Slasher, der ganz offensichtlich für den großen internationalen Markt produziert wurde. Er bedient im Großen und Ganzen die klassischen Horrorformeln und, mehr noch, wagt auch den Blick über den Tellerrand. Das für solche Filme übliche, meist geistlose Töten von Touristen im Ausland wird umgangen, indem er eben keine Gruppe von bekifften, betrunkenen oder herumvögelnden Jugendlichen dezimiert, sondern moralisch zittrige Menschen aus verschiedensten Lebens- und Kulturbereichen, die allerdings doch nur klischeehafte Abziehbilder sind, mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und diese dafür bezahlen lässt. Eingebettet in ein schauriges Flair zelebriert Regisseur Nick Jongerius handgemachte, wenig zimperliche Kills. Als Fundament gibt es eine übernatürliche Hintergrundgeschichte, die den Film zu einem Schuld- und Sühne-Abschlachtreim macht.

Der niederländische Horrorbeitrag gefällt durch düstere Kulisse und geheimnisvollen Filmbösewicht, der kaum Worte verschwendet und schnell zur Tat schreitet. Leider fehlt dem Streifen die Energie und Überzeugung aus dem Subgenre heraus stechen zu wollen. Jongerius ist nicht in der Lage, den Schrecken, die Spannung oder sogar den subversiven Geist anderer europäischer Slasherfilme zu erfassen. Er vernachlässigt viel zu oft seinen mythologischen Bösewicht, was schade ist, denn dieser krude "Jeepers Creepers"-Verschnitt mit Sense hat eine Menge Potential, ebenso wie die schaurig-schöne Windmühlen-Location. Aber der Regisseur muss aus unerkennbaren Gründen mit heiligem Ernst und Über-Sentimentalität erzählen. So wird der Streifen zunehmend fade und man kommt nicht umhin zu bemerken, dass es mit einem kühneren und visionäreren Regisseur evntl. besser geworden wäre. Somit ist und bleibt der Film über dem Durchschnitt aber auch nur "okay", er ist professionell in Szene gesetzt und als kleiner Mitternachts-Grusel-Streifen durchaus akzeptabel. 

6/10

Von METEOR|Film kommt der Film ungeschnitten im "2-Disc Limited Collector's Edition" Mediabook.