Sonntag, 26. März 2017

The Fog - The Fog: Nebel des Grauens (1980)

http://www.imdb.com/title/tt0080749/

Kurz vor der Feier ihres hundertjährigen Bestehens wird die scheinbare Idylle des kalifornischen Küstenortes Antonio Bay empfindlich gestört. Es kommt zu mysteriösen Ereignissen: Pünktlich zur Geisterstunde hupen Autos von selbst, Benzin läuft aus den Zapfsäulen, Telefone klingeln wie verrückt und ein unheimlicher Nebel zieht auf. Offensichtlich hängt dies alles mit einer verhängnisvollen Begebenheit zusammen, die die Gründung der Stadt erst ermöglichte: Einst wurden dem Schiff „Elizabeth Dane“, dessen reicher Kapitän Blake (Rob Bottin) beabsichtigte, eine Lepra-Kolonie zu gründen, aus Geldgier absichtlich falsche Leuchtturmsignale gesendet, so dass es in den Fluten des Meeres versank und alle Besatzungsmitglieder den Tod fanden...

Selten manifestieren sich Horror und Suspense in derart intensiver Form wie in "The Fog", der in John Carpenters Filmografie weit vorn steht, womöglich nur knapp geschlagen von "Halloween" und "Das Ding aus einer anderen Welt".

Nicht umsonst beginnt der Streifen auch mit einem alten Seebären, der einer verschreckten Gruppe Kinder am Lagerfeuer eine Gespenstergeschichte erzählt. "The Fog" gleicht einer solchen Geschichte und Carpenter trägt diese mit sichtlicher Begeisterung und einem erstaunlichen Gespür für das richtige Timing vor. Dadurch setzt er schon zu Beginn den unverkennbaren Ton für den restlichen Film und wie bei echten Lagerfeuergeschichten kann "The Fog" nicht etwa durch sauber ausgearbeitete Figuren oder gar einer raffinierten Handlung punkten, sondern vermag es schlichtweg durch seine unheimliche Atmosphäre zu überzeugen. Und aller Vorhersehbarkeit zum Trotz weiß Carpenter eben genau wie und vor allem wann er seine Zuschauer erschrecken kann. Dem titelgebenden Nebel ganz ähnlich, umschlingt auch die unheimliche Atmosphäre den Betrachter und hält ihn für die Dauer des Films gefangen. Der vom Regisseur wie üblich selbst komponierte suggestive und eingängliche, unvergessene Soundtrack trägt dazu ebenso bei wie der wunderbare Einsatz von zahllosen  Nebelmaschinen.

Etliche Szenen sind auch heute noch wunderbar gruselig: die Fischer, die die aus dem Nebel auftauchenden Untoten bemerken, um gleich darauf massakriert zu werden; der mit Radiomoderatorin Stevie Wayne (Adrienne Barbeau) telefonierende Metereologe Dan (Charles Cyphers), der mal eben kurz vor die Tür geht, um zu schauen, was sich im Nebel verbirgt; die ältliche Babysitterin von Stevies Sohn Andy (Ty Mitchell), die den gleichen Fehler macht; die gleichzeitigen Angriffe auf Stevies Leuchtturm-Radiostation und die Kirche zum Finale. Diese Bedrohung und damit einhergehende Furcht vor dem Grauen, das im Unbekanntem lauert, zieht sich durch Carpenters Filmografie und findet im hiersigen Nebel einen ihrer Höhepunkte.

"The Fog" ist ein dermaßen effektiver Film, weil er sich sehr genau darauf versteht die richtigen Knöpfe zu drücken. Er bedient sich einer simplen Sehnsucht und bietet jedem der Materie zugeneigten Zuschauer stimmungsvollen und kurzweiligen Grusel. Ein Film, den man am liebsten in einer nebligen Herbstnacht eingekuschelt in einer warmen Decke schaut. Der Inbegriff von schaurig schöner Gruselromantik. All das ist damals wie heute hoch spannend und nervenzerfetzend, "The Fog" bleibt ein Höhepunkt des 80er-Jahre-Horrors.

7,5/10

In der "John Carpenter Collection" erschien der Film als "NO.4" im schicken und limtierten "3-Disc Limited Edition" Mediabook.