Dienstag, 28. März 2017

[KINO] Power Rangers (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3717490/

Die Teenager Jason (Dacre Montgomery), Kimberly (Naomi Scott), Billy (RJ Cyler), Trini (Becky G.) und Zack (Ludi Lin) haben nichts miteinander zu tun, außer zufällig auf dieselbe Schule im Städtchen Angel Grove zu gehen. Doch eines Tages stoßen Jason und Billy auf etwas, das wie uralte Fossilien aussieht und erwecken damit versehentlich eine außerirdische Macht, die alle Menschen ausrotten will: Die Außerirdische Rita Repulsa (Elizabeth Banks) plant dazu mit ihrer Alien-Armee einen Angriff auf die Erde. Doch unser Planet wird den Invasoren nicht schutzlos ausgeliefert sein, denn die fünf Freunde kommen durch den Zwischenfall mit den Fossilien auf unerklärliche Weise in den Besitz von Superkräften – sie werden Power Ranger! Wenige Tage bleiben, um unter Anleitung von Zordon (Bryan Cranston), dem Hologramm des einstigen Red Rangers, zu lernen, wie sie mit ihren neuen Kräften am besten umgehen...

Generischer und gleichzeitig klischeebleasteter Superhelden-Quatsch mit Japan-Einschlag und finaler Zerstörungsorgie, der aber immerhin über die gesamte Laufzeit unterhält. So könnte man die 2017er Verfilmung von "Power Rangers" am besten beschreiben. Da Hollywood aktuell auf einer Nostalgie-Erfolgswelle surft und bereits die "Ninja Turtles" in die Kinos zurückholte, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis auch die "Power Rangers" in neuer Aufmachung die Leinwände erobern würden. Der Film, der auf der 1993er Serie "Mighty Morphin Power Rangers" (die vom japanischen "Sentai"-Genre inspirierte US-amerikanische Fernsehserie von Haim Saban) beruht, ist eine Art Orighin-Story, vermutlich um die Serie in irgendeiner Form neu zu beleben. Man kann ja in den Neunzigern mit "Power Rangers" aufgewachsen sein ohne diese richtig zu kennen - "Power Rangers" war eben schon immer etwas über das man seine Witzchen gemacht und es nicht für voll genommen hat, die wenigen Ausschnitte die damals zu sehen waren, sahen (damals wie heute) unfassbar billig, überzeichnet und schlecht aus.


Nun, rund 25 Jahre später, wird die alte Thematik aber noch einmal komplett neu aufgelegt, die Absicht dahinter erscheint relativ klar: hier soll ein neues Franchise entstehen, eine neue Serie die neue Zuschauer einfängt und vielleicht mittels Nostalgie ein paar der alten Fans reaktiviert. Sicher enthält der Film auch viel an Insider-Informationen, die einem Nicht-Kenner der Serie aber fast völlig verborgen bleiben dürften. Die zahlreichen Seitenhiebe auf aktuelle und bekannte Superhelden- und Mega-Roboterverfilmungen hingegen, sorgen zwar für den einen oder anderen Schmunzler, sind aber irgendwie billig und wollen nicht so Hundertprozentig zünden. Und allein anhand solcher Sprüche lässt sich auch der Film festmachen. Alles ist generisch, kaum innovativ und wenig gewagt; die klischeebeladenen Hauptfiguren (vom Vater gezwungener Football-Star, Nerd, Neuling, verstoßene Cheerleaderin und Outlaw) erfüllen alle nur erdenklichen Rollen und machen schlicht und ergreifend ihren Job ohne jemals besonders zu sein oder gar dies sein zu wollen. Immerhin hatten die Akteure ihren Spaß, ganz besonders Elizabeth Banks, die als Gegenspielerin Rita Repulsa ihre Rolle geradezu feiert. Die sehr ausgedehnte und irgendwie trotzdem nicht besonders ausgefeilte Charakter-Einführung geht einfach viel zu lange, trotz das die Figuren sympathisch sind.


Man darf nie vergessen, dass wir uns in einem Power Rangers Film befinden, somit sollte man gar nicht erst mit Logik und Sinn daherkommen. Erstaunlicherweise bekommt man in den ersten 90 Minuten gar keine Ranger zu sehen, denn diese müssen sich ja erst zusammenraufen (wie üblich!) und erst wenn ein aus Gold geschaffenes Mega-Monster ("Goldar") die Kleinstadt Angel Grove in Schutt und Asche legen soll sind die Rangers da, haben sich gefunden und kämpfen nun als Team mit einem aus 5 mechanischen "Zords" und noch später einem Mega-Zord gegen Rita und ihr Monster. Naja. Es will einem nicht in den Schädel gehen, dass Helden, die gerade eine halbe Kleinstadt verwüstet haben, später von den Anwohnern gefeiert werden. Steht wohl in jedem zweiten Drehbuch, stattdessen gibt's einen Trashfaktor mit dem der Film zugegebenermaßen umzugehen weiss. Nicht der ganz große Wurf, aber auch kein Totalausfall.

5,5/10