Samstag, 11. März 2017

31 (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3835080/

In der Nacht vor Halloween ist eine Gruppe von Schaustellern auf dem Weg zu ihrem nächsten Auftritt. Nach einem kurzen Stop an einer unheimlichen Tankstelle finden sie die Straße von Vogelscheuchen versperrt vor. Als sie die merkwürdige Blockade untersuchen, werden sie von Unbekannten brutal überfallen. Drei von ihnen sterben noch vor Ort, die restlichen fünf werden entführt und zu einem mysteriösen Ort namens "Murderworld" gebracht. Tags darauf werden sie von drei als Aristokraten verkleideten Gestalten gezwungen, an einem sadistischen Spiel namens "31" teilzunehmen - Father Murder (Malcolm McDowell), Sister Serpent (Jane Carr) und Sister Dragon (Judy Geeson). Dabei müssen sie zwölf Stunden lang in einem mit Fallen übersäten Labyrinth gegen als Clowns maskierte Psychopathen überdauern, während ihre Entführer darauf wetten, wer am längsten durchhält – den Überlebenden winkt die Freiheit...

Bereits seit seinem ersten Werk mit dem klangvollen Namen "Haus der 1000 Leichen" war klar, wo man Regisseur, Comicbuchautor und Rockmusiker Rob Zombie einordnen muss. Rob Zombie ist einfach ein vulgärer Drecksack und belebt mit seinen Filmen immer und immer wieder Wellen der Entrüstung. "Wie kann man nur...?" und "Was soll das?" sind da noch die harmlosesten Fragen. Mit seinem aktuellen Film "31" erlangte Rob Zombie im Gegensatz zu seinen vorigen Filmen bereits weit im Vorfeld sehr viel Aufmerksamkeit. Der Film wurde schon vor Drehbeginn als "der blutigste und sadistischste Film aller Zeiten" angepriesen und nachdem er in den USA in seiner ersten Schnittfassung auch mit dem berüchtigten NC-17-Rating abgestraft wurde schien sich dies auch zu bewahrheiten. Nun musste Herr Zombie, um "31" auch zumindest in den Kinos zu zeigen zu dürfen, doch noch die Schere ansetzen und herausgekommen ist ein Film der in seiner um wenige Sekunden erleichterten Version das R-Rating erhielt.


Nun ist "31" bereits aus diesem Grund interessant, und dabei bleibt es auch. Die Story ist eher fade, Zombies schmutziger Gossengesang leiert in Dauerschleife und ab einem gewissen Zeitpunkt wirkt selbst das letzte "Fuck You" nur noch dröge und lächerlich. Zombie zitiert seine vorigen Werke und untermalt ihre abgenutzte Wirkung mit einem hohen Drang nach Blut und Gekröse. In schmutzigen, teilweise sexuell überbordender Bildern erweckt er Reizbarkeit einer ausgedünnten Pornogeneration. Zombie hat gepokert. Gepokert mit der Geilheit der Masse nach einer Splatterorgie, die ihresgleichen sucht. Leider bleibt diese aber aus, denn "31" ist im Prinzip nicht mehr als ein etwas überdrehter Slasher/Torture-Porn ala "Running Man" für die Horrorgeneration mit - zugegeben - ein paar etwas heftigeren Szenen.


Heute schockt so etwas aber kaum noch jemanden, der im Horrorgenre sein Zuhause sieht und so wirkt Zombies Sprache absolut deplatziert und klingt tatsächlich nach einem Ausflug in einen Porno. Die Dialoge sind erschreckend belanglos und offenbaren nur selten Potenzial, meist ein Dauerfeuer an Obszönität und in all diesem Keim der Einfachheit beschwört Zombie aber ein dunkles tiefes Bedürfnis nach Mord und Perversion. Seine Charaktere sind absichtliche Abziehbilder der Horrorkultur, die, inspiriert vom "The Texas Chainsaw Massacre", ihr blutiges Unwesen treiben. Mit seiner Liebe zum Schwarz-Weiß-Thema kreiert Zombie einen Killer der im rechten Licht dem Vampirismus entspringt. Man kann also diesem Werk durchaus etwas abgewinnen, wenn man Anspruch und gute Manieren in der Schublade lässt, sich auf das Niveau eines Herrn Zombie herab und sich knapp 100 Minuten lange berieseln lässt. Dann ist "31" einfach eine sadistische kleine Blutfete, die durchaus Spaß macht und genau dem Ursprung frönt, den Zombie schon seit Jahren durchzieht.

6,5/10

Der Film ist in seiner ungeschnittenen Variante auch im limitierten und durchnummerierten Steelbook erhaltlich.