Sonntag, 26. Februar 2017

New Nightmare - Freddy's New Nightmare (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0111686/

Heather Langenkamp führt ein glückliches Leben mit ihrem Mann Chase (David Newsom) und ihrem gemeinsamen Sohn Dylan (Miko Hughes). Das einzige, was sie beunruhigt, ist ein Stalker, der sie immer wieder anruft. Neuerdings ist es allerdings Wes Craven, der sie wieder an Freddy Krueger (Robert Englund) erinnert. Der Horror-Regisseur möchte gerne einen neuen Film drehen und will Heather als Hauptdarstellerin dabeihaben. Mit Hinblick auf ihr Kind und den Stalker, sagt sie jedoch ab und widmet sich wieder ihrem Leben. Doch plötzlich fängt ihr Sohn an, sich merkwürdig zu benehmen. Besorgt bittet Heather ihren Mann, schnell nach Hause zu kommen. Chase schläft allerdings während der Autofahrt ein. Im Schlaf bemächtigt sich Freddy Krueger Chases Auto und bringt ihn um. Besorgt und ängstlich macht Heather sich auf den Weg zu Wes Craven, um ihn um Rat zu bitten. Dieser schätzt die Situation so ein, dass Freddy in der Filmwelt gefangen ist, aber versucht, in die reale Welt zu kommen. Heather scheint sein Portal dafür zu sein. Vollends verängstigt bemüht sie sich, nicht zu schlafen und auch ihren Sohn vom Schlafen abzuhalten. Muss Heather noch einmal in die Rolle der Nancy Thompson schlüpfen, um Freddy Krueger besiegen zu können?

Wes Cravens Bedürfnis, seine kultige Horrorfigur Fred Krueger nicht als lächerliche Comedy-Fratze und (unfreiwillig) komische Parodie seiner selbst enden zu lassen, führten zur Entstehung des siebten Teils des weltbekannten Franchises in der vorliegenden Form. Die Idee, die Handlung im Milieu der eigenen "Nightmare"-Filmproduktion anzusiedeln, wirkt dabei aber nur bedingt gelungen. Craven lässt nämlich Heather Langenkamp ausreichend Spielraum zur charakterlichen Entfaltung, die anderen Helden des großen Originalfilms, vorrangig John Saxon und Robert Englund, bleibt lediglich die zwar amüsant-sehenswerte, aber letztlich belanglose Cameo-Darbietung. Craven greift seiner späteren Auseinandersetzung mit dem Genre vorweg und versucht diese hier noch mit den Sorgen von Kindern (Märchen) und Erwachsenen (Sorgen ums Kind) zu erweitern, scheitert aber an zu hehren Zielen. Das Slashergenre ist eben nicht beliebig dehnbar sondern eigentlich sogar äußerst unflexiebel. Mit 112 Minuten Spielzeit ist Cravens Experiment zudem deutlich zu lang ausgefallen was sich vor allem in zu vielen Längen im Mittelteil bemerkbar macht. Zudem drücken einige inszenatorische Faux-pás den Gesamteindruck, um nicht zu sagen, manche Szenen wirken einfach lächerlich.

Auf der Haben-Seite gibt es ein Wiedersehen mit den liebgewonnenen Charakteren des ersten Films (selbst Jsu Garcia/Nick Corri ist kurz bei der Beerdigungsszene im Hintergrund zu sehen) und eine Geschichte, die um ihrer selbst Willen existiert und sich nicht einfach profan von Kill zu Kill hangelt. Hervorzuheben ist die Leistung des Jungschauspielers, welcher Langenkamps Filmsohn verkörpert. Der Junge sorgt mit seiner intensiven Präsenz für verstörende Gruselmomente. Englund, der sich selbst spielt, und sich zunächst interessant und im Bezug auf sein Lebenswerk und Über-Ego Freddy, selbst anhand bildender Künste reflektiert, überzeugt dabei auch ohne Maskerade. Leider wurde dieser Handlungsstrang nicht konsequent zu Ende gedacht, diese Figur verschwindet still und heimlich gar komplett aus der Handlungsrelevanz. Schade, denn zum Beispiel ein gemeinsamer Kampf zwischen dem zum Ernst der Grundvorlage zurückgekehrten, wieder fiesen Kindermörder Freddy und dem Antagonisten-Duo Langenkamp / Englund hätte das Fanherz sicherlich noch höher schlagen lassen. Somit pendelt der siebte Teil, "Freddy's New Nightmare", sich zwar im Mittelmaß ein, übertrifft die vorausgegangenen Slapsticks aber um Längen, von noch folgenden Fan-Shows und Remake-Frechheiten ganz zu schweigen, aber immerhin wird versucht dem festgefahrenen Genre neue Facetten abzugewinnen.

6,5/10