Dienstag, 3. Januar 2017

Ночной Дозор - Nochnoy Dozor - Nochnoi Dozor - Night Watch - Wächter der Nacht (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0403358/

Die Mächte des Lichts haben mit den Mächten der Dunkelheit einen Waffenstillstand geschlossen, der seit hunderten von Jahren besteht. Auf jeder der beiden Seiten wacht eine spezielle Organisation - die "Wächter des Tages" und die "Wächter der Nacht" - über die Einhaltung des Abkommens. Für jede schlechte Tat auf der einen muss eine gute auf der anderen Seite folgen und umgekehrt. Diese Balance der Kräfte bewahrt den Frieden - bis heute. Anton (Konstantin Khabernsky) hat vor zwölf Jahren versucht, das ungeborene Kind seiner ihn betrügenden Frau von einer Hexe ermorden zu lassen. Doch ein Team von Wächtern um Tiger Cub und Bear verhaftete die Hexe in letzter Sekunde und zeigte Anton, dass er selbst über außergewöhnliche Kräfte verfügt. Seitdem arbeitet er für die Wächter der Nacht, auch wenn sein bester Freund Kostya (Alexey Chadov) ein Vampir ist und für die Gegenseite das gleiche tut. Sein neuester Auftrag führt Anton in Moskaus Untergrund. Er soll den Teenager Yegor (Dima Martynov) beschützen, der von Vampiren verfolgt wird. Nachdem die Mission fast fehlschlägt und Anton ohne Erlaubnis einen Vampir tötet, wird ihm Olga (Galina Tunina) als Partner zugeteilt. Gemeinsam finden sie heraus, dass die dunklen Mächte unter der Führung von Zervulon (Viktor Verzhbitsky) planen, mit dem Fluch über eine Jungfrau das Gleichgewicht zu ihren Gunsten zu verändern...

Der russische Film ist in Deutschland weitestgehend unbekannt und nur sehr wenige mainstreamige Vertreter schaffen überhaupt den Sprung auf die Leinwände außerhalb der Staatsgrenzen. Mit "Wächter der Nacht" ist aber auch in überregionalen Kinos ein Erfolgsfilm aus Russland zu sehen, der einen mythisch angehauchten Kampf zwischen Gut/Licht und Böse/Schatten in die Gegenwart des heutigen Moskau verlegt. Ohne den Roman je gelesen zu haben, scheint sich Regisseur Timur Bekmambetov nur lose am Roman orientiert zu haben - zumindest sprechen Foren und Fan-Bases da eine deutliche Sprache. Er erzählt vielmehr eher eine eigene Geschichte, die sich zumindest teilweise an das erste Drittel des Romans hält.

Leider ist der Film damit für Nichtkenner der Vorlage sehr konfus geraten, da wichtige Bestandteile der Fantasy-Welt wie das Zwielicht nur unzureichend erklärt werden. Da hilft der sprunghaften Erzählstil auch nicht wirklich. Handwerklich hingegen ist er aber auf einem sehr hohen Niveau, auch wenn er nicht selten etwas zu hektisch gerät. So beeindruckende, wenngleich einfach Effekte sieht man wirklich selten und von einem russischen Film hätte man so etwas am allerwenigsten erwartet. Die Schauspieler spielen durchaus überzeugend, der Hauptdarsteller Konstantin Khabensky in der Rolle des Anton Gorodetsky durfte danach auch in Bekmambetovs erstem Hollywood-Ausflug "Wanted" eine Nebenrolle übernehmen. Noch dazu haben Regisseur und Autor auch viele eigene, gelegentlich etwas kranke Ideen einfließen lassen, die dem Film die nötige Eigenständigkeit verleihen. Der Film weiß durch seine düsteren Effekte, blutigen, teils ekligen Szenen wie einer interessanten Kameraführung eine klasse Atmosphäre aufzubauen, die eine der größten Stärken des Films ist, welcher dadurch durchweg zu fesseln weiß.

"Wächter der Nacht" ist unterm Strich ein intelligenter, technisch recht aufwendig gemachter Fantasy-Streifen mit Anleihen aus der Vampirszene, der mit jeder Hollywood-Produktion mithalten kann und bisweilen noch manches Erzeugnis aus der Traumfabrik übertrifft. Hier ist noch Platz für ein Märchen, das mit dem Daumenkino erzählt wird und hin und wieder lassen Einblicke in den sowjetischen Alltag sogar komische Szenen zu. Obwohl man (bei der Erstsichtung) am Ende wohl kaum die ganze Story verstanden hat.

7/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD auch im auf 222 Stück limitierten und nummerierten Mediabook: