Mittwoch, 25. Januar 2017

Conan The Destroyer - Conan der Zerstörer (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087078/

Wer es schafft, den träumenden Gott Dagoth (André the Giant) aus seinem Schlaf zu holen, der kann sich unermesslicher Macht sicher sein. Unter den vielen Menschen, die sich das wünschen, befindet sich auch die Königin Taramis (Sarah Douglas). Ihr Trumpf im Kampf um den träumenden Gott ist Conan (Arnold Schwarzenegger), der unbedingt seine alte, aber verstorbene Flamme Valeria wieder in die Arme schließen möchte. Taramis stellt ihm in Aussicht, Valeria wieder ins Leben zurückzuholen, wenn Conan ihr einen bestimmten Diamanten aus dem Palast des Zauberers Toth-Amon (Pat Roach) besorgt, der für die Erweckung des träumenden Gottes unerlässlich ist. Gemeinsam mit Taramis' Nichte Jehnna (Olivia d'Abo), dem Dieb Malak (Tracey Walter), dem Zauberer Akiro (Mako), der Kriegerin Zula (Grace Jones) und Jehnnas Leibwächter Bombaata (Wilt Chamberlain) macht sich Conan auf den gefährlichen Weg, ohne zu ahnen, von wem ihm alles Gefahr droht.

Man sollte meinen, die Fortsetzung von John Milius' Epos "Conan The Barbarian" habe alle Vorraussetzungen für einen weiteren, interessanten Streifen um den Cimmerer-Krieger:
Richard Fleischer auf dem Regie-Stuhl, Jack Cardiff hinter der Kamera und wieder Basil Poledouris' geniale Musikuntermalung, sowie Arnold Schwarzenegger als "Conan". Da sollte man doch eine entsprechende Fortführung erwarten können.

Leider aber ist "Conan der Zerstörer" eher die kindgerechte und weit mehr auf Gags getrimmte Version seines großen Bruders geworden. Die einmalige Atmosphäre des Originals konnte nicht wiederhergestellt werden. Schwarzenegger ist zu "sauber", zu trainiert. Von der einst gewaltigen Roheit seiner Person und deren Tragik ist nicht mehr viel übrig geblieben. Es werden vielleicht einige Kämpfe geboten, doch kein einziger von ihnen erreicht die brutale, perfekt inszenierte Ernsthaftigkeit des ersten Teils. Zwar fließt reichlich Blut, jedoch sind die Konflikte deutlich zahmer und die Story nebst teilweise monströsen Kreaturen erinnert eher an Uralt-Klassiker wie "Die Reisen des Odysseus" oder "Kampf der Titanen", was aber nicht so recht ins "Conan"-Universum passen will.

Mit der Prinzessin und Malik, zwei der Begleiter Conans, sind zudem zwei extrem nervige Charaktere hinzugekommen, die der Geschichte wohl die unnötige Portion Witz verleihen sollten. Herausgekommen ist eine Art Buddy-Fantasy-Actioner, der zwar an einigen Stellen ungeheuer Spaß macht, sich aber nicht so recht entscheiden kann in welche Richtung er eigentlich will und mitunter werden Sprüche geklopft, die aus der Feder der schlechtesten Hollywoodautoren stammen könnten. Grace Jones ist im Grunde die einzige richtige Wahl, wenn es um eine kriegerische Amazone geht, aber auch bei ihr fällt es schwer, sie richtig ernst zu nehmen. Kurzum: man hatte die Chance auf eine gute Fortsetzung und hat sie nicht genutzt. Auch die final angekündigte "andere Geschichte" sollte danach nie mehr kommen. Zurecht. Wer weiß, was man da noch hätte versemmeln können. Schade, denn so bleibt "Conan The Destroyer" nicht mehr als eine seltsame Art Fantasy-Action-Trash und meilenweit hinter dem großartigen "Conan The Barbarian" zurück.

5/10