Freitag, 30. Dezember 2016

Men Of War (Unrated) (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0110490/

Nick Gunar, genannt der "Schwede" ist ein ehemaliger Söldner. Er hat keine Skrupel und tötet für Geld. Das einzige, was ihn interessiert, sind schnelle Jobs mit dickem Profit. Die mysteriöse Firma Nitro Mine Corporation macht ihm ein verlockendes Angebot: Er soll die Bewohner einer entlegenen Insel im Südchinesischen Meer gefügig machen und sie dazu bringen, dass sie die Schürfrechte für die reichen Bodenschätze an die Firma abtreten. Nick ist bereit und trommelt seine Truppe aus vergangenen Tagen zusammen. Sein Glaube, dass sie den Job mit links erledigen können, wird schnell revidiert, als Nick auf seinen ehemaligen Rivalen Keefer stößt, der damals geschworen hat, Nick zu töten...

Attraktive Locations, fette und (bei Söldnerfilmen nicht üblich) abwechslungsreiche Action, breitwandige Kinobilder, knackige Dialoge völlig frei von Peinlichkeit, ein sehr guter, sehr spitzer Humor, im Rahmen des Genres gut gezeichnete Figuren und ein überaus fähiges Schauspielerensemble: "Men Of War" ist in seiner ungekürzten Fassung wohl der härteste und brutalste Film, in dem der alte Schwede Dolph Lundgren in seiner actionreichen Karriere mitgewirkt hat. Nur am Rande: die gekürzte FSK-16 Fassung dieses knüppelharten Dschungelactioners ist mit sage und schreibe einhundert Schnitten um satte 23 Minuten gekürzt und somit für die Tonne.

Eigentlich ist dieser 1994 gedrehte, extrem gewaltverherrlichende, politisch unkorrekte Macho-Film so typisch 80er Jahre mäßig. Hier wird geprügelt, geschlitzt und erschossen was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, Gefangene werden hier keine gemacht. Lundgren spielt hier den Anführer einer Sölnertruppe, welche den Auftrag bekommt ein Dschungelvolk aus eben diesem zu vertreiben, was natürlich völlig aus dem Ruder läuft. Die Story ist dünn, der Film ist sinnlos und hohl, aber er macht irgendwie Spaß. Zum Brüllen ist einer der Söldner, der sich gegen Lundgren wendet. Dieser ist ein total durchgedrehter Psychopath, der permanentes Overacting vom Feinsten betreibt. Im Mittelteil hat der Film einen kleinen Durchhänger, dafür wird man aber mit einem überlangen Showdown entschädigt, bei dem dann nochmal so richtig die Sau rausgelassen wird. Ein sehenswerter Actionstreifen, man muss allerdings auf solche Filme stehen, manch einer wird wohl angewidert sein, aufgrund der brutalen Gewalt und der äußerst fragwürdigen Dialoge.

Btw: das Verblüffende an "Men Of War" ist, das er im Grunde die ideale Blaupause für Stallones "The Expendables" darstellt, der sogar einige Eckpunkte aus John Sayles Drehbuch übernommen hat.In "Men Of War" bemerkt man die Parallelen an einigen Stellen sogar sehr deutlich.

7/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 2000 Stück limitierten Mediabook.