Samstag, 10. Dezember 2016

21 (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0478087/

Medizin in Harvard zu studieren, das ist der große Traum vom Mathematikstudenten Ben Campbell (Jim Sturgess). Allein, er kann es ich finanziell nicht leisten. Zwei Optionen bleiben: eines der raren Stipendien ergattern oder das schnelle Geld machen. Letzteres wird tatsächlich möglich. Bens Mathematikprofessor Mickey Rosa (Kevin Spacey) holt ihn in sein geheimes "Blackjack Team", eine Gruppe junger hochbegabter M.I.T.-Studenten, die von Rosa zu professionellen Kartenzählern ausgebildet werden - darunter auch Bens Schwarm Jill (Kate Bosworth). Geschickte Berechnungen ermöglichen es den jungen Mathefreaks, Blackjack-Spiele zu analysieren und die Gewinnchancen zu vergrößern. Jedes Wochenende fliegen die Profispieler nun mit ihrem Mentor nach Las Vegas, leben ein Leben in Reichtum und Luxus und nehmen nebenbei die Casinobosse ordentlich aus. Doch die ständigen großen Gewinnsummen alarmieren den Chef der Casino-Security, Cole Williams (Laurence Fishburne). Bald geraten die Trickser in arge Bedrängnis...

"21" ist einer dieser Filme, in die man sich selbst gerne hineinwünscht. Der Film begeistert mit einer cleveren und zwar nicht ganz alltäglichem, jedoch vorstellbaren und nicht maßlos übertriebenen Story. Der Aufstieg und Fall eines Zockers, eines Rechengenies, angeführt durch einen skrupellosen Lehrer. Aber allein schon durch das Leben in Saus und Braus in Las Vegas, das hier überaus reizvoll dargestellt wird, ermutigt doch sicher jeden dazu, alle Für und Wider unter den Tischen fallen zu lassen. Und so geht es auch Protagonisten Ben (Jim Sturgess). Seine Entwicklung von einem schüchternen Mathe-Ass bis zu einem Geld- und Gewinngierigen 'Black Jack'-Zocker kommt mit ihm selber als Erzähler äußerst geschickt rüber und versteht es den Zuschauer zu fesseln.

Durchweg positiv sind aber allgemein alle Darsteller. Sturgess ist in seiner Rolle sehr sympathisch und es fällt leicht, sich auf eine bestimmte Art mit ihm zu identifizieren, denn hat man einmal das große Geld gewittert, kommt man nicht mehr so schnell davon los. Kate Bosworth spielt die baldige Freundin und Fishburne den Oldschool-Aufpasser, der dem team schon bald auf die Schliche kommt und dazu überhaupt noch sehr an Mickey interessiert ist. Insgesamt also ein faszinierendes Projekt, eingefädelt vom König des Films: Kevin Spacey als Mickey Rosa, der die besten Zeilen des Drehbuchs hat und auch die beste Darstellung abgibt. Er trumpft als charismatischer Führer der Truppe auf. Smart, cool und skrupellos. Er ist das Genie, das hinter diesem genialen 'Black Jack'-Coup steckt.

Es ist immer wieder ein großes Vergnügen, Las Vegas in Filmen zu erleben. Speziell die Casinos faszinieren und die Atmosphäre ist einfach immer wieder magisch. Und ebenso wird der Siegesrausch authentisch dargestellt. Der clevere Einsatz des Spielsystem und die Risiken, die es mit sich bringt, sorgen für jede Menge Spannung und das überaus grandiose Ende zaubert sicher jedem eine breites Grinsen ins Gesicht, das einfach nur durch das Wort "geil" beschrieben werden kann. Da der Ausgang der Geschichte aber von Anfang an erahnt werden kann ist dies leider nicht mehr als ein erwartetes Ergebnis. Eben so, wie wenn man Karten zählen kann.

7/10