Sonntag, 20. November 2016

Southbound - Southbound: Highway To Hell (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4935334/

Auf einem verlassenen Highway mitten in der Wüste kreuzen sich eines Nachts die Schicksale mehrerer Reisender, deren größte Prüfung ihnen erst noch bevorsteht. Denn in dieser finsteren Nacht scheinen ihre schlimmsten Albträume wahr zu werden: Die beiden Freunde Mitch (Chad Villella) und Jack (Matt Bettinelli-Olpin) stolpern auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit blutüberströmt in ein abgelegenes Diner. Eine Rockband (Hannah Marks, Nathalie Love und Fabianne Therese) lässt sich von einem ominösen Ehepaar (Susan Burke und Davey Johnson) mitnehmen, als ihr kleiner Tourbus schlappmacht. Ein Geschäftsmann (Mather Zickel) versucht verzweifelt, das Leben eines Mädchens zu retten, das er angefahren hat. In einer Bar unweit davon sorgt derweil ein aufgebrachter Mann (David Yow), der verzweifelt nach seiner verschollenen Schwester sucht, für Aufruhr, während in der Region eine Familie (Kate Beahan, Gerald Downey und Hassie Harrison) in ihrem Urlaub von einer Bande Maskierter terrorisiert wird.

"Von den Machern von V/H/S", wie es so schön auf dem Cover heißt, bekommt man nun eine neue Horror-Anthology, bestehend aus 5 Kurzfilmen, die irgendwie, irgendwo miteinander verknüpft sind, geboten. Und das Beste daran ist: endlich mal keine Wackelkamera und/oder Found Footage. "Southbound" ist ein kleiner, dreckiger und teilweise recht blutiger und zeigefreudiger Streifen, der über seine gesamte Laufzeit zu unterhalten weiß. Die Episoden sind kurzweilig, die eine mehr, die andere weniger gut, aber alle immerhin mindestens Mittelmaß, sodass man den einen oder andern 'Ausrutscher' gern verzeiht. Doch zu den einzelnen Episoden.

#1 "The Way Out"
Der Aufhänger für das gesamte Spektakel beginnt wie ein Roadmovie, in dem alles Wichtige schon längst passiert zu sein scheint. Die Straße führt ins Nirgendwo, die beiden Ganoven können fahren wohin sie auch wollen - es führt sie immer und immer wieder an denselben Ort (zurück). Nicht schlecht als Einstieg und macht Lust auf mehr. Leider sind die CGI-Monster etwas billig gemacht und auch zu schnell zu offen zu sehen, sodass hier ein ganz großer Teil an Spannung einfach flöten geht. Immerhin gibt es einen ordentlich derben Kill und eine hübsche Überleitung. - 6/10

#2 "Siren"
Die in der Überleitung gesehenen Rockermädels haben einen Platten. Dumm, in so einer wüstenartigen, trostlosen Gegend. Da kommt das nette Ehepaar, welches bereitwilig Hilfe anbietet gerade recht, doch der aufmerksame Zuschauer weiß sofort: das wird nicht gut ausgehen. Und tatsächlich, denn spätestens wenn die beiden wortkargen Söhne gemeinsam mit den drei Mädels das Abendessen einnehmen wäre jeder andere längst gegangen. Doch hier offenbart sich Kult und Sekte, gepaart mit ein paar netten Hexenzaubern, die zwei Drittel der Mädels in ihren Bann ziehen. Schade, hier wurde viel verschenkt, denn alles ist so schon mal da gewesen, viel zu zahm und nur minder interessant. - 4/10

#3 "The Accident"
Dafür ist die dritte Episode ein Kracher. Mädel Nr. 3 kommt gerade so mit dem Leben davon und wird prompt von einem Auto derbe überfahren. Der Fahrer will helfen, doch in all seiner Not findet er kaum Hilfe. Also muss er selbst ran und je mehr er helfen will und je mehr er dem angerufenen Notruf vertraut, desto schlimmer wird alles. "The Accident" ist herrlich blutig, überaus spannend und schaurig-schön böse. Denn eines ist spätestens nach ein paar Minuten klar: der angerufene Notruf ist gar kein Notruf... "The Accident" ist für jeden Gorefan ein kleines Fest. Blutig, dreckig und dazu noch gut gespielt. Super. - 8/10

#4 "Jailbreak"
Sobald der Mann das krankenhaus endlich verlassen hat sieht man auch, wer hinter dem Notruf steckt. Doch dieser hat kaum Zeit sich zu sammeln, schon stürmt ein Mann mit einer Schrotflinte in der Hand den kleinen, düsteren Laden und sucht nach seiner Tochter. Doch die Menschen lachen ihn nur aus und man sieht noch, wie eine klauenbesetzte Hand den Rücken des Mannes aufreisst. Schwerverletzt nimmt dieser einen weiteren Mann als Geisel, der ihn zu seiner Tochter führen soll. Doch die will, als sie sie endlich gefunden haben, gar nicht weg. Im Gegenteil... "Jailbreak" ist nicht schlecht, doch traut sich zu wenig. Hier hätte etwas mehr Monster (im Vergleich zum ersten Kurzfilm) nur gut getan. - 6/10

#5 "The Way In"
Hier schließt sich der Kreis (indem er sich öffnet) und alles was man in "The Way Out" vermisst hatte, wird plötzlich beleuchtet und als Zuschauer kommt man um einen Aha-Effekt nicht drumherum. Auch wird einem spätestens hier klar, dass wir alle gefangen sind und dieser letzte kleine, dreckige Home-Invasion-Beitrag setzt "Southbound" noch ein Krönchen auf und lässt plötzlich auch "The Way In" in einem guten Licht erstrahlen. Das reicht, um "Southbound" insgesamt eine Empfehlung für Genrefans auszusprechen, die sich nicht scheuen, altbekanntes und altbewährtes auf neue Art erneut durchgekaut zu sehen. - 7/10

Kompetent gefilmt, solide gespielt, angenehm splatterig, flott erzählt, mit coolen 80er Sound unterlegt, viele Vexierspiele mit unterschiedlichen Horror-Motiven, eigentlich stimmt alles an dem Film. Mit etwas Phantasie lässt sich zwar erahnen was das Gezeigte bedeuten dürfte, aber am Ende bleibt zuviel Interpretationsfreiraum und zu viel Ungewissheit. "Southbound" ist daher insgesamt ein sehenswerter, gelungener und vor allem interessanter Beitrag im Horrorgenre.

6,5/10

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