Dienstag, 22. November 2016

Rogue - Rogue: Im falschen Revier (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0479528/

Pete McKell (Michael Vartan) glaubt, dass ihn nichts mehr überraschen kann. Der abgebrühte US-Journalist hat auf der ständigen Suche nach dem ultimativen Thrill schon fast alles gesehen. Als er sich in Australien einer Touristengruppe anschließt, die eine Bootstour durch den Kakadu National Park unternimmt, wird ihm schnell langweilig. Doch dann wird in ihrer Nähe eine Leuchtpistole abgefeuert und die Bootsführerin Kate (Radha Mitchell) geht dem Hilfssignal nach. Ein ganz schwerer Fehler, wie alle Beteiligten feststellen müssen, als ein gigantisches Krokodil aus dem Wasser schnellt und das Boot zerlegt. Die geschockten Insassen können sich auf eine schlammige Flussinsel retten. Doch die liegt mitten im Jagdrevier des gefräßigen Reptils. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben beginnt.

Das es der australische Regisseur Greg McLean in Sachen Atmosphäre drauf hat, bewies er schon mit seinem Horror-Streifen "Wolf Creek". Zwei Jahre später legte er mit "Rogue" nach und er schafft es, dem eigentlich abgedroschenem Tier-Horror-Genre etwas Aufwind zu verleihen. Denn "Rogue" ist in der Tat eine belebende Erscheinung auf seinem Gebiet.

McLean schafft es einfach, eine recht altbackene Geschichte sehr stimmig herüberzubringen und sorgt mit einem nachvollziehbaren Ablauf und guter Spannungskurve durchgehend für Laune. Der Film ist zudem - bis auf die Größe des Krokos - stets bemüht realistisch zu wirken und neigt quasi nie dazu, es allzu sehr zu übertreiben. Und selbst bei der Wahl der Darsteller hat der Regisseur ein gutes Händchen bewiesen, denn diese agieren erfrischend selbstbewusst und überzeugend, was zur Glaubwürdigkeit beiträgt. Natürlich kocht McLean letztendlich auch nur mit Wasser, wärmt eine uralte Geschichte in dem Sinne wieder einmal auf. Allerdings ist sein Rezept wohlschmeckend denn er mengt seiner Version die richtigen Zutaten bei. Dramaturgie, Spannung, Action und Mitgefühl, nichts von dem kommt hier zu kurz aber mit nichts von dem wird es auch übertrieben. Die Dosierung ist ausgewogen und gut abgestimmt und macht "Rogue" zu einem stimmigen Beitrag, bei dem der Cast eindeutig die falsche Entscheidung trifft, sein Publikum jedoch im Nachhinein die richtige Wahl getroffen hat.

Einen spürbaren Schwachpunkt weist dieser ansonsten ordentliche Trip dann aber doch auf. Das Finale ist sehr unbefriedigend. Hier verfällt "Rogue" dann leider in den Standard der Unglaubwürdigkeit zurück, was so überhaupt nicht zum Gesamtbild passt. Das ist aber gerade noch so zu verschmerzen denn bis dato ist es ein realistischer und abwechslungsreicher Vortrag, mit dem man im Grunde nichts falsch macht.

6,5/10