Samstag, 19. November 2016

Fritt Vilt II - Cold Prey 2 Resurrection: Kälter als der Tod (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1188990/

Jannicke (Ingrid Bolsø Berdal) kommt mit den Verletzungen aus Teil 1 ins Krankenhaus. Die diensthabenden Ärzte sind Herman (Fridtjov Såheim), Camilla (Marthe Snorresdotter Rovik) und Audhild (Johanna Mørck). Da das Hospital bald dicht gemacht wird, sind nur noch eine ältere Frau (Inger Johanne Ravn) und der kleine Daniel (Vetle Qvenild Werring) als Patienten übrig. Währenddessen suchen Polizisten nach Jannickes Peiniger und entdecken die Gletscherspalte, in der der Killer seine Opfer verscharrt hat. Auch der vermeintlich tote Mörder wird gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dann macht er plötzlich wieder die Augen auf...

"Cold Prey 2 Resurrection" knüpft nahtlos an die Handlung seines empfehlenswerten Vorgängers an, zieht vom Berghotel in die Gebirgsklinik und präsentiert sich dabei als deutlich blutigere Version des nordischen Slasher-Erfolgshits. Mit eigentlich recht simplen Mitteln ist Mats Sternberg auch ein ähnlich effektvolles Sequel gelungen. Das flackernde Licht weicht schnell unwohler Dunkelheit, die langen, verlassenen Gänge der winzigen Krankenstation führen direkt in den Tod. Gut situierte Jumpscares und eine düster-sterile Atmosphäre im skandinavischen Stil sorgen für einen wohligen Slasher-Horror, der dem Erstling in kaum etwas nachsteht.

"Cold Prey 2" ist, wohl eher ungewollt angelehnt an sein Setting, auf rutschigem Terrain gebaut. Wie der englische Titelzusatz bereits preisgibt, leben Totgeglaubte im europäischen Norden scheinbar wirklich länger, der Dauerfrost muss auch die einheimischen Gehirngänge befallen haben – so manche Handlung der Protagonisten reiht sich nahtlos in die Hitliste der dümmsten Fehlentscheidungen des Horrorkinos ein – und auch das allgemeine Mordmotiv bleibt eher unschlüssig und fadenscheinig. Sternberg versucht das am Ende durch Übereifer und Sensationszwang noch irgendwie auszugleichen, übertreibt es dabei aber erst recht mit dramaturgisch überspitztem Zeigefreudigkeit und etwas fragwürdigen Twists.

Das ist schade, weil es hier als durchaus möglich erschien, den 08/15-Rahmen zu sprengen. Das ansprechende Niveau seines Erstlings führt "Cold Prey 2" dennoch fort und kommt als packender Klinik-Horror daher, der sich aus den abgesteckten Grenzen des Genres nicht allzu sehr hinaus trauen will, durch eine schauderhafte und routiniert inszenierte Kulisse aber dennoch ein ansprechendes Filmchen kreiert.

6,5/10