Samstag, 22. Oktober 2016

Volcano - Volcano: Heisser als die Hölle (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0120461/

Ein Erdbeben erschüttert Los Angeles, weswegen Mike Roark (Tommy Lee Jones) - der Leiter der Katastrophenschutzbehörde - seinen Urlaub frühzeitig beenden muss. In einem U-Bahn-Schacht haben einige Arbeiter schwere Verbrennungen erlitten, Roark untersucht den Fall vor Ort und begegnet dabei der hübschen Geologin Dr. Amy Barnes (Anne Heche). Diese befürchtet, dass der tektonisch aktive Untergrund von L.A. erwacht ist, doch von ihrer Theorie eines Vulkans unterhalb der Stadt möchte Roark nichts hören. Am nächsten Tag gibt es ein weiteres Erdbeben. Roark befindet sich mit seiner verängstigten Tochter Kelly (Gaby Hoffmann) mitten in der Stadt, als plötzlich Rauch und Lava auf dem Wilshire Boulevard aufsteigen. Es beginnt ein aussichtsloser Kampf gegen die glühenden Lavamassen, die alles vernichten, was sich ihnen in den Weg stellt. Kann Roark die Stadt vor dem Untergang zu bewahren?

Ende der 90er Jahre entdeckte Hollywood für sich den Katastrophenfilm neu und sorgte für ein wüstes Szenario nach dem anderen. 1997 war dann auch definitiv das Jahr der Vulkanausbrüche. Nicht nur Pierce Brosnan hatte in "Dante's Peak" mit dem absoluten Chaos zu kämpfen, sondern eben auch Tommy Lee Jones in "Volcano".

"Bodyguard"-Regisseur Mick Jackson lieferte mit seinem Vulkanausbruch-Streifen einen sehr durchschnittlichen Genrebeitrag ab, der mit vielen Mängeln in der Inszenierung zu kämpfen hat. Richtig spannend und gar originell präsentiert sich "Volcano" tatsächlich zu keiner Minute. Der Film ist pure Standardware, die sich an sämtlichen Hollywood-Klischées bedient, die für dieses Genre üblich sind. Nichts gegen diese Klischées, denn sie sind durchaus nötig beim Katastrophenfilm, doch bleibt das bittere Gefühl zurück, dass man vieles davon innovativer hätte anpacken können. Als richtig enttäuschend stellen sich auch viele der Special Effects heraus, die man bei so einer Studio-Produktion sicher viel besser hinbekommen hätte. Denn wenn sich die Lava ihren Weg durch L.A bahnt, dann wirkt das doch stellenweise sehr billig und oft sichtbar gekünstelt. Auch gewisse Dialoge und Szenen bewegen sich an der Grenze zur Unerträglichkeit. Die Darsteller bleiben blass und selbst ein Tommy Lee Jones mag in diesem Chaos nicht wirklich zu überzeugen. Trotzdem ist die Besetzung immer noch ganz okay. Von Ungereimtheiten, Logiklöchern und physikalischem und geo-/biologischem Nonsens will man da lieber gar nicht erst anfangen.

Was man "Volcano" aber lassen muss, ist die Tatsache, dass der Streifen trotz all dieser Kritik kurzweilig unterhalten kann und auch nie den Fuß vom Gaspedal nimmt. Die Action ist rasant und es knallt auf 104 Minuten an allen Ecken und Enden. Dafür sorgt auch der solide Score von Komponist Alan Silvestri. Von "Volcano" bekommt man damit unter dem Strich das geboten was man sich auch erwartet. Einen Katastrophenfilm, der seiner Zerstörungswut freien Lauf lässt. Allerdings hätte man den Film insgesamt etwas besser und geschmeidiger umsetzen können. Es ist eben eine Art Popcorn-Kino, was man hasst oder liebt. Real betrachtet aber gerade nur mittelmäßig (mit der wohl heldenhaftesten und gleichzeitig blödsinnigsten Rettungs-Szene der Katastrophenfilmgeschichte).

5,5/10

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