Mittwoch, 7. September 2016

Scream 3 (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0134084/

Die Ereignisse der letzten Jahre haben Sidney (Neve Campbell) in die Abgeschiedenheit getrieben. Sie wohnt mit ihrem Hund weit draußen in den Rocky Mountains und arbeitet, von ihrem Haus aus, bei einer telefonischen Seelsorge. In Los Angeles wird derweilen der Film Stab 3 gedreht, welcher sich mit den Handlungen der Woodsboro-Morde befasst. Auch Dewey (David Arquette) ist als Berater vor Ort. Gale (Courteney Cox) ist, als Reporterin die etwas über den Film herausfinden will, auch am Set. Es dauert nicht lange, bis der erste Mord passiert. Irgendwer schaltet systematisch alle Schauspieler aus, die an Stab 3 beteiligt sind. Gale und Dewey versuchen den ermittelnden Detective Kincaid (Patrick Dempsey) nach Kräften zu unterstützen. Dieser glaubt, dass Sidney in Gefahr sein könnte und er will sie ausfindig machen. Sidney selbst will mit der ganzen Sache aber nichts mehr zu tun haben. Als der Killer immer mehr Menschen umbringt und scheinbar auch Sidneys Wohnort herausgefunden hat, ist sie gezwungen sich doch zu beteiligen. Doch hätte sie niemals geglaubt, dass die Morde auf Ereignissen, die sehr weit in der Vergangenheit verankert sind, basieren.

Ach ja, "Scream". War "Scream - Schrei!" noch eine kleine Offenbarung im Horrorgenre, weil es einfach den guten alten Slasher zurück auf die Leinwände bracht, machten beiden Sequels nur noch Aufgüsse davon und somit nicht mehr so viel richtig. Beim (vermeintlichen) Abschluss der Reihe übernahm Wes Craven wieder das Zepter und macht nach einem Drehbuch von Ehren Kruger, der den Williamson-Stil mehr oder weniger gelungen kopiert, ein "New Nightmare"-Remake. Während "Scream 2" noch ganz ansehbar ist, ist dies bei "Scream 3" endgültig vorbei. Hier passt eindeutig das Konstrukt nicht. Während Sidneys Widersacher in beiden Vorgängern das Zeitliche gesegnet hatten, fragt man sich, wer jetzt der Mördern denn noch sein kann. Und dann ist die Auflösung ein Verbrechen am guten Geschmack. Die älteste Legende, in der Historie an Filmlegenden. Und damit es nicht langweilig wird, wird der fiktive Filmcast des dritten Teils erstmal dezimiert, und man doch tatsächlich etliche Verdächtige bekommt. Und dazu verhält sich noch jeder Charakter so saudämlich, dass es auch noch jeder sein könnte. Das langweilt. Es wird von einem konstruierten "Aha!"-Effekt zum nächsten getrampelt, der Grundton ist nicht mehr ironisch sondern fett-satirisch und hoffnungslos albern.

Leider ist mit der Auseinandersetzung von Trilogien-Regeln auch der Over-The-Top-Charakter der Vorgänger verdreifacht worden, mit der (bewussten?) Konsequenz, sich einem überzeichneten Comic, einer selbst-parodierenden Selbstparodie an zu nähern. Die Charaktere und Twists sind weniger scharf gezeichnet, jetzt mehrfach gedoppelt, eine sinnvolle, kontinuierliche Geschichte ist kaum erkennbar. Letztlich ist das Cameo von Carrie Fisher noch am amüsantesten und leider kamen die Seitenhiebe an die Filmbranche viel zu kurz. Vermutlich war es Wes Craven dieses Eisen dann doch etwas zu heiss, um nicht geächtet zu werden. Tja, "Scream" hat tatsächlich das Horrorgenre wiederbelebt, doch hat es sich ebenso schnell verbraucht, wie es aufkam. Schade.

5/10

Von STUDIOCANAL kommt der Film als Teil der "Scream Quadrilogy" im limitierten Steelbook: