Sonntag, 11. September 2016

Project Almanac (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2436386/

Der Teenager David (Jonny Weston) macht beim Betrachten eines alten Geburtstagsvideos eine erschreckende Entdeckung: Er sieht auf der Aufnahme sein gegenwärtiges Ich im Spiegel. Um der Sache auf den Grund zu gehen, sucht er gemeinsam mit seinem Kumpel Quinn (Sam Lerner) und der gemeinsamen Clique in der Forschungswerkstatt seines Vaters nach einer Antwort. Dort entdecken sie die Bauteile und die Anleitung zur Herstellung einer Zeitmaschine. Voller Euphorie basteln sie die Einzelteile zusammen und stellen fest, dass man mit Hilfe der Maschine tatsächlich einen Tag in die Vergangenheit reisen kann. Anfangs nutzen sie diese Möglichkeit für eher harmlose Sachen wie kleine Korrekturen bei Schultests, doch sehr schnell packt sie die Gier nach mehr. Mit Lotto und Sportwetten machen sie schnelles Geld. Als David dann aber einen Alleingang unternimmt, um seinen Schwarm Jessie (Sofia Black-D'Elia) für sich zu gewinnen, ändert sich der Verlauf der Vergangenheit endgültig und die Freunde merken, dass sie da ein sehr gefährliches Spiel treiben...

Was haben nur alle mit "Found-Footage"-Filmen? Es scheint, als würde diese spezielle Art der Filmwerdung langsam Überhand nehmen, was für manche Filmprojekte zwar sehr nett ist, aber oft eben auch nicht wirklich passt. Wie bei "Project Almanac". Der Film beweisst einmal mehr das produzierte Stoffe eines Michael Bays nur selten wirklich gedanklich tiefergehende Wirkungen haben. Bietet das Zeitreisethema generell immer eine Menge Stoff und Variablen für diverse Möglichkeiten der Erzählung, schafft es der Film von Dean Israelite in seinen Bereichen sich selber, trotz komplexer Zeitreiseerzählung, Grenzen zu setzen und mögliche Überraschungen, auch dank der eindimensionalen Figuren, relativ schnell verpuffen zu lassen.

Nichts gegen Zeitreisefilme und deren Logikprobleme, aber was in der ersten Hälfte von 'Project: Almanac' gezeigt wird, wirkt schon reichlich grenzdebil. Hier werden lediglich ein paar Genre-Elemente zusammengerührt und dem Zuschauer vor die Füsse geworfen: eine Handvoll College-Kids (mit einem Genie an Bord, okay) basteln nebenher eine Zeitmaschine, begleitet von Sprüchen, die irgendwo zwischen Trash und abstruser Pseudo-Wissenschaft liegen - leider nur selten unfreiwillig komisch. Seine beste Phase hat der Streifen kurz nach der Hälfte, als das College-Geschwader die Vorteile der Zeitreisen auskostet: Spielgewinne abholen, auf dem Konzert der Lieblingsband mit Backstagepässen auftauchen usw., kurzum: die reale Darstellung, was man mit einer Zeitmaschine machen würde, ist zwar ganz schön, aber trieft so sehr nach Klischee, dass man den Film, während man ihn schaut, bereits zu Ende denken kann.

Das hat zwar auch etwas Lifestyle, verdirbt aber die Laune, weil es kommt wie es kommen muss: wie man spätestens seit "Zurück in die Zukunft" weiss, verändern Eingriffe in die Vergangenheit die Gegenwart. Leider setzt der Plot auf das rückwirkende Lösen von jugendlichen Beziehungsproblemen, anstatt es spannend werden zu lassen.

5/10