Samstag, 10. September 2016

Breakdown (1997)

http://www.imdb.com/title/tt0118771/

Ein Ehepaar - unterwegs durch die Wüste - hat eine Autopanne. Der Truckfahrer Warren (J. T. Walsh) bietet seine Mithilfe an. Während Amy (Kathleen Quinlan) an der nächsten Raststätte Hilfe organisieren will, gelingt es Jeff (Kurt Russell), sein Auto wieder in Gang zu bringen. Er fährt zur Raststätte, doch dort ist Amy nicht angekommen. Jeff beginnt panisch, seine Frau zu suchen. Dabei stößt er schon bald auf eine Bande professionell arbeitender Verbrecher, die sich gerne mit Entführungen ein hübsches Sümmchen verdienen wollen. Tatsächlich scheint auch seine Frau ein Opfer der kriminellen Organisation geworden zu sein. Jeff legt sich mit den Gaunern an, um Amy wieder in Sicherheit zu bringen. Dabei entwickelt sich eine mörderische Auseinandersetzung - mit Verbrechern, die keine Skrupel kennen...

Jonathan Mostow inszenierte mit "Breakdown" einen der spannendsten Thriller der gesamten 90er Jahre. "Breakdown" ist eben einer dieser Filme, die es verstehen, mit minimalistischen Mitteln, zwar etwas vorhersehbarem Plot und nicht gerade überraschenden Wendungen, sich kontinuierlich steigernde Spannung zu erzeugen und das Publikum über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten. Das mag bei knapp 90 Minuten nicht sonderlich schwer erscheinen, aber auch dort gibt es Rohkrepierer. "Breakdown" zumindest macht aber vieles richtig.

Das beginnt schon mit der Wahl des Hauptdarstellers. Natürlich funktioniert ein solcher Streifen nur dann, wenn man einen Hauptdarsteller hat, mit dem sich der Zuschauer identifiziert und den er sympathisch findet. Und das trifft eben hier auf Kurt Russell Einhunderprozentig zu. Er ist ein normaler Typ und eben nicht der "Hau drauf"-Actionstar, der sofort zu einer One-Man-Army mutiert, sobald seiner geliebten Ehefrau (ebenfalls sehr gut: Kathleen Quinlan) Unbill wiederfährt, weswegen man ihm den besorgten Ehemann der auf der Suche nach seiner verschwundenen Frau ist sofort und ohne weiteres abnimmt. Auch die Antagonisten machen einen guten Job. Allen voran J.T. Walsh, der nur ein Jahr später im Alter von nur 54 jahren an einem Herzinfarkt verstarb. Aber auch M.C. Gainey, dessen Namen man nie kennt, dessen Gesicht aber so markant ist, macht als Erpresser Earl einen glaubwürdigen, herrlich fiesen Job.

"Breakdown" ist ein wirklich spannender und angenehmer Film, ein mehr als solide gefilmter Roadmoviethriller in weitsichtig-starker Kulisse, der sich peu à peu bis zum actionreichen Finale steigert und jederzeit aufs Wesentliche konzentriert, kurzweilig und längenfrei, aber auch nicht frei von Ausbaufähigkeit und dem Wunsch nach mehr schauspielerischer Intensität zu unterhalten weiß. Und den man sich aber in gewissen Abständen immer mal wieder ansehen kann.

7,5/10