Sonntag, 25. September 2016

Banlieue 13 - Ghettogangz: Die Hölle vor Paris (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0414852/

Paris in einer alternativen Variante des Jahres 2010. Aufgrund der hohen Kriminalitätsrate wurden die problematischen Außenbezirke der Großstadt durch eine hohe Mauer vom Rest der Stadt isoliert. Leito (David Belle) versucht in einem dieser eingemauerten Vororte, nicht nur selbst sauber zu bleiben, sondern auch keine Drogen des Gangsterbosses Taha (Bibi Naceri) in seine Umgebung zu lassen. Dessen Handlanger K2 (Tony D’Amario) kidnappt im Gegenzug Leitos Schwester Lola (Dany Verissimo). Schließlich landet Leito im Knast, weil die korrupte Polizei mit Taha zusammenarbeitet. Da bleibt er allerdings nicht lange, denn der Bilderbuch-Polizist Damien (Cyril Raffaelli) braucht seine Hilfe als Führer in das Ghetto von Taha. Dorthin ist nämlich eine gestohlene Bombe gebracht worden, die bei ihrer Detonation alles Leben im Umkreis mehrerer Kilometer bedroht. Äußerst widerwillig macht sich das ungleiche Duo Infernale auf den Weg. Zurück bleibt eine Spur der Zerstörung...

"Ghettogangz: Die Hölle von Paris" ist ganz klar ein Film der Sorte, die man allein schon vom Namen her außer Acht lässt. Da hat sich der deutsche Verleih leider selbst ins Knie geschossen, denn abschreckender können Titel gar nicht mehr klingen. Dabei ist "Banlieu 13" (so der Originaltitel) allerfeinstes Actionkino, das so noch nie gezeigte Parcouractionszenen mitsamt Martial Arts-Techniken zeigt. Da gerät die konfuse Story rasch in den Hintergrund, interessant ist sie sowieso nur im gesellschaftskritischen Ansatz. Der Film passt insgesamt in die Kategorie "Anspruchslos, aber hoher Unterhaltungswert". Dass die Geschichte nicht sonderlich innovativ ist, lässt sich angesichts des hohen Actionanteils auch gut verkraften. Der Film besticht durch atemberaubendes Tempo, halsbrecherische Stunts, erstklassige Martial Arts Szenen und selbst der Humor kommt nicht zu kurz.

Fakt ist, dass der Streifen seine 90 Minuten wunderbar hinter sich bringt, was vor allem der Regie des Pierre Morel zu Gute kommt. Schon hier zeigt sich sein außerordentliches Gespür für Timing und Inszenierung wenn es um Schlägereien und Prügelszenen geht. Das konnte er einmal mehr im bekannteren "Taken: 96 Hours" unter Beweis stellen. Die zwei Hauptdarsteller sind beide schauspielerisch solide. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dafür machen sie in den Actionszenen einen richtig guten Job, auf die der Film sowieso mehr Wert legt. Hier geht vieles zu Bruch und es wird nicht gerade zimperlich zur Tat geschritten. Das macht Spaß, sorgt für Kurzweil und ist herrlich unterhaltend. Dazu noch ein paar eingestreute Oneliner und den einen oder anderen Klischeebösewicht und fertig ist der Actionfilm zum runterschalten und genießen. Fetzt.

8/10