Dienstag, 30. August 2016

The Stranger (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2238470/

Ein mysteriöser Mann kommt auf der Suche nach seiner Frau in eine kanadische Kleinstadt mit dem Ziel, ihr Leben zu beenden. Daran führt kein Weg vorbei, denn sie leidet an einer gefährlichen und hochansteckenden Krankheit. Der Fremde stellt sich als Martin (Cristóbal Tapia Montt) vor und erfährt, dass seine Liebste Ana (Lorenza Izzo) bereits vor langer Zeit verstorben ist. Vor Ort findet er im Graffiti-Künstler Peter (Nicolás Durán) jemanden, der eine Verbindung zu seiner Ehefrau hatte und ihm bei seinen Nachforschungen helfen kann. Bei einem brutalen Zusammenstoß lernt er außerdem Caleb (Ariel Levy), den Sohn eines korrupten Polizisten aus der Stadt kennen. Erst einmal kommt er bei einer lokalen Familie unter, doch was Martin nicht ahnt: Er selbst ist auch infiziert und sein Blut löst eine schreckliche Epidemie aus...

Man ist mittlerweile an einem Punkt angekommen, wo der Name Eli Roth nicht mehr völlig als Garant für lupenreine Horror-Unterhaltung steht. War Roth nochals Regisseur mit Vorzeige-Horror/Splatterfilmen wie "Hostel", "Cabin Fever" oder zuletzt "The Green Inferno", welcher immer noch ein passabler Horrorstreifen ist, unterwegs, so sind seine Ausflüge als Produzent eher wenig schmackhaft. Es sind beinahe nur mittelmäßige Streifen, die er als Produzent unterstützt. Diese haben allesamt großes Potential (keine Frage), wie auch "The Stranger"; versemmeln aber viele Punkte bei Ausführung, Drive und Thrill. Dabei trägt der Aufbau des Films erkennbar Roths Handschrift. Die Charaktere sind recht konsequent in Gut oder Böse unterteilt. Was einerseits zwar völlig in Ordnung ist, andererseits aber dazu führt, dass es kaum Spannung oder gar Überraschungen gibt. Auch in diesem Streifen ist das nicht anders. Das Roth hier nicht selbst Regie führte, könnte auch den Mangel an Blutfontänen erklären, die man erwarten würde. Natürlich ist der Film nicht gänzlich blutfrei (im Gegenteil), aber er hat auch nicht diese extremen Splatterorgien, auf Gore wird gar gänzlich verzichtet. "The Stranger" ist insgesamt aber nicht völlig übel. Die Darsteller überzeugen auf B-Movie-Niveau, die Geschichte ist so ganz in Ordnung und man will wissen wie es weitergeht, indess ist die Story auch hier wieder zu sehr auf einzelne Personen ausgelegt, beinahe zu sehr nach Schema 'Einzelkämpfer' und damit leider nur grenzwertig ernst zu nehmen. Dabei tut der Film, als wollte er etwas damit sagen, nur kommt er nie zum Punkt. Das ist etwas schade und so verschwindet "The Stranger" im Einheitsbrei vieler neuerer Horrorfilme, ohne sich dabei besonders hervorzutun.

5/10