Donnerstag, 18. August 2016

The Hallow (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2474976/

Der Londoner Wissenschaftler Adam Hitchens (Joseph Mawle) hat für einen Forschungsauftrag mit seiner Frau Clare (Bojana Novakovic) und dem gemeinsamen Baby Finn der Großstadt den Rücken gekehrt und ist in ein Haus ins tiefste irische Hinterland gezogen. Von ihrem neuen Domizil aus will sich Adam der Untersuchung der Bäume im Umland widmen, während Clare den neuen Familiensitz gemütlich herrichten soll. Doch die einsame Idylle entpuppt sich bald als trügerisch. Kaum angekommen, sucht sie ihr sonderbarer Nachbar Colm (Michael McElhatton) auf, der sie vor rachsüchtigen Waldgeistern warnt. Die Hitchens schlagen diese abstrusen Warnungen in den Wind und fühlen sich in ihrem neuen, abgelegenen Zuhause zusehends wohler. Doch als sich die merkwürdigen Ereignisse überschlagen und die Familie endlich erkennt, dass etwas nach dem Leben ihres kleinen Sohnes trachtet, ist es für die Flucht viel zu spät.

"'The Hallow' werden sie genannt,
geheiligt werd' ihr Reich.
Doch siedelst du auf ihrem Land,
so wirst du ihnen gleich"

Ein solider, aber leider auch zutiefst konventioneller Horrorfilm. Zu Beginn erzeugt Regisseur Corin Hardy in seinem Filmdebüt "The Hallow" eine dichte Atmosphäre, die sich vor allem aus der beunruhigenden Zuspitzung der Lage ergibt und einige gut platzierte Verweise auf irische Folklore enthält. Genutzt wird dieses Potential des spannungsträchtigen Einstiegs aber kaum.

Nach dem ersten Drittel verkommt der Streifen bedauerlicherweise zu generischem Survival-Horror, bei dem der schaurige Gruselfaktor rapide in den Keller sinkt, just in dem Moment, in dem sich der (angenehm handgemachte) Schrecken zum sichtbaren Terror wandelt. Trotz interessanter Location und guter Optik schafft es "The Hallow" nur selten wirklich Spannung zu erzeugen. Alles folgt stur dem Muster des Genres, vom Autounfall auf der Flucht bis zum ausfallenden Stromgenerator ist alles dabei. Das macht es schwer, richtig mitzufiebern.

Hardy hat ein Gespür für druckvolles Tempo und Grusel, doch hier wirkt das alles noch zu unüberlegt und auf Nummer sicher gesetzt. Zwar bemüht er sich um originelle Ansätze, wenn die Handlung im letzten Drittel nochmals eine Wendung hin zu ekligem Body-Horror vollzieht, doch man wird auch dann das Gefühl nicht los, das alles schon gefühlt dutzende Male gesehen zu haben. Aber immerhin ist die Inszenierung hochwertig. Dass der Streifen kein all zu hohes Budget hatte, sieht man ihm nicht an. Dieser Hybrid aus Hütten-Terror, Creature Feature, Mythologie-Grusel und Body-Horror findet trotz Anspielungen auf Klassiker des Genres keine eigene Stimme, erzeugt trotz der soliden Inszenierung nur wenig durchgängige Grusel-Atmosphäre und opfert die sympathischen Figuren zugunsten altbackener Konventionen. Schade.

6/10