Mittwoch, 3. August 2016

Kung Fu Panda 3 3D (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2267968/

Nachdem sein leiblicher Vater Li (Bryan Cranston / Joachim Tennstedt) auf der Bildfläche erscheint, nimmt er Po (Jack Black / Hape Kerkeling) mit in sein ebenso entlegenes wie paradiesisches Dorf voller tollpatschiger Pandas. Doch die Idylle wird durch den mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Schurken Kai (J.K. Simmons) bedroht, der sich ein fürchterliches Ziel gesetzt hat: Er will jeden einzelnen Kung-Fu-Meister in China vernichten. Also ist es an Po, aus seinen gemütlichen Verwandten mutige, selbstsichere Kämpfer zu machen. Doch bislang haben die vergnügten Pandas keinerlei Kampferfahrungen, was die Angelegenheit nicht einfacher macht. Hilfe bekommt Po von seinen treuen Freunden Tigress (Angelina Jolie / Bettina Zimmermann), Crane (David Cross / Ralf Schmitz), Monkey (Jackie Chan / Stefan Gossler), Mantis (Seth Rogen / Tobias Kluckert) und Viper (Lucy Liu / Cosma Shiva Hagen) sowie seinem Ausbilder Meister Shifu (Dustin Hoffman / Gottfried John).

Kaum zu glauben, aber auch das dritte Wiedersehen mit Po, dem knuffigen Panda sorgt für jede Menge Spaß. Es ist aber zu leicht, mit dem sympathischen, adipösen Kerl mitzufiebern, hat doch der pelzige Geselle hat das Herz am rechten Fleck. Auch das altbekannte Team um Meister Shifu und Kung Fu-Partner Tigress, Monkey, Viper, Mantis und Crane ist vollzählig vertreten und liefert auch hier wieder einen wichtigen Beitrag, trotz vergleichsweise geringerer Screentime. Die Wertevermittlung, die sich natürlich vornehmlich an ein jüngeres Publikum richtet, ist dezent, aber vorhanden. Freundschaft, Mut, der Glaube an sich selbst, sie alle spielen eine zentrale Rolle. Denn Po ist nicht mehr länger nur Schüler, er soll nun auch unterrichten. Und das ist leichter gesagt als getan. Dabei bleibt der Humor aber keinesfalls auf der Strecke und richtet sich wie in den vorherigen Teilen gleichzeitig an alle Altersgruppen. Bei den Animationen wurde auch nochmals eine Schippe draufgelegt, jede Szene sieht fantastisch aus und macht Lust auf mehr. Vor allem die Details, wie Fell, Wasser oder Gräser, sind teilweise atemberaubend schön.

Der vermutlich größte Coup gelingt "Kung Fu Panda 3" aber dort, wo auf den ersten Blick kaum jemand hinschaut. Im dritten Abenteuer taucht nämlich Pos leiblicher Vater auf. Dass dies Pos Ziehvater Mr. Ping gar nicht so recht passt und er dem Treieben eher skeptisch gegenübersteht ist einerseits verständlich, anderseits beweisen die Autoren bei der Entwicklung beider Figuren damit auch ein herrliches Fingerspitzengefühl. Im großen und ganzen entstehen daher alle Konflikte aus der simplen Tatsache, dass beide Väter das beste für Po wollen. Mr. Ping ist dazu noch extrem unsicher, denn mit Pos leiblichem Vater hat er wohl einfach nicht gerechnet. Po wird aus diesen Streitereien aber weitestgehend herausgehalten und auch niemals vor die Wahl gestellt. Ohne viel Federlesen arbeiten Ziehvater und leiblicher Vater irgendwann dann doch zusammen, um Po, so gut es eben geht, zu helfen. In schön miteinander verflochtenen Szenen, die zudem sehr gut auf Teil 1 und Teil 2 deuten, entdeckt Po seine Gemeinsamkeiten mit all den anderen Pandas. Und Mr. Ping, sein Ziehvater, erkennt dass die anderen Pandakinder sind wie Po und somit sein eigener Sohn. Ein - wenn man so will - kleiner, aber wichtiger Beitrag in Sachen Interkulturalität.

Da nickt man gern ab, dass die Geschichte extremst vorhersehbar ist. Gerade Pos Vater ist in seiner Handlung ein besonders gutes Beispiel für diese Vorhersehbarkeit. Aber da sich die Reihe nach wie vor in erster Linie an Kinder richtet ist dies wohl zu verschmerzen. Mit Kai hat man einen zunächst eindrucksvollen Gegenspieler entworfen, der dann aber doch in der endlosen Masse an farblosen, schnell vergessenen Bösewichten untergeht. Insgesamt bewegt sich Panda Po also erneut auf zuverlässigem Gebiet. Nicht alle, aber doch der größte Teil der Gags zünden, die Story ist zwar nicht neu, mit dem sympathischen Panda fiebert man aber natürlich trotzdem mit. So ist es höchst erstaunlich, dass auch der dritte Teil der Reihe kaum an Qualität verliert, sondern trotz kleiner Abstriche immer noch eine gute Figur macht und das Niveau halten kann. Toll.

7,5/10