Mittwoch, 24. August 2016

Filth - Drecksau (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1450321/

Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein extrem misanthropischer Mensch und ein korrupter Cop. Er hasst seine Mitmenschen und den Job, den er macht. Er ist drogenabhängig, Frauen gegenüber unverschämt und sexuell ausfallend. Den ganzen Tag macht er sich einen Spaß daraus, seine Kollegen in Intrigen zu verwickeln und Gerüchte über sie zu streuen. Als eine Beförderung aussteht, macht Bruce vor nichts Halt, um der Erste auf der Liste zu sein. Er soll an der Aufklärung eines Mordfalls mithelfen. Gleichzeitig muss er sich vor der Konkurrenz in Acht nehmen. Deshalb macht er einfach das, was er am besten kann: Er hetzt seine Kollegen gegeneinander auf, steigt mit deren Frauen ins Bett und enthüllt ihre tiefsten Geheimnisse. Damit verstrickt er sich immer mehr in ein Netz von List und Betrug, in dem auch seine Frau (Shauna MacDonald) eine Rolle spielt. Immer schwerer fällt es ihm, sein Leben zu kontrollieren und seine Vergangenheit zu verdrängen. Als der Mordfall, seine Drogenabhängigkeit und seine Kollegen ihn langsam, aber sicher in den Wahnsinn treiben, muss sich Bruce fragen, ob er als Wrack verwahrlosen will oder sich lieber aufrafft, um sein Leben in den Griff zu bekommen.

"Filth" oder zu deutsch "Drecksau" ist wahrlich ein dreckiger Film. Er ist ein sehr guter, schwarzhumoriger, asozialer, intriganter, exzessiver, provokativer, dreckiger, stinkender und zugleich wahnsinnig trauriger Film. Zu Beginn wirkt das Leben von Bruce und seine asoziale Art zwar noch recht lustig, ringt einem sogar den einen oder anderen Lacher ab und man weiß als Zuschauer noch nicht so recht wohin die Reise gehen soll, doch gegen Ende wird der Streifen zunehmend ernster, verliert sämtlichen Humor und man erlebt Bruce' Zerfall mit, fast schon fühlt man ihn. Anfangs denkt man sich vielleicht noch, dass Bruce einfach nur ein ziemlich krankes Arschloch ist, doch mit dem Voranschreiten der Handlung merkt man schnell, dass ihn der Verlust seiner Familie und seine psychischen Erkrankungen ziemlich zu schaffen machen.

Durch den herausragenden Schauspieler James McAvoy konnte sich der Charakter des Protagonisten so richtig entfalten. Denn dort, wo viele Schauspieler eine eher mittelmäßige Darstellungen geboten hätten, hat McAvoy eine Meisterleistung hingelegt. Schon nach den ersten paar Minuten ist man gefesselt und will unbedingt weiterschauen. Sein Charakter Bruce ist voller Schuld Wut, Hass und Einsamkeit und kennt kein Ventil für seine Emotionen und somit läuft sein Leben komplett aus den Fugen - bis hin zum bitteren Ende. Auch passt hier wieder einmal der Soundtracks hervorragend und schafft es sogar, einige Ohrwürmer zu produzieren, die durch pures Anspielen an markante Szenen des Films und sogar aufsteigende Gefühle erinnern.

"Drecksau" ist an manchen Stellen seltsam geschnitten und wirft den Zuschauer gewollt in ebenjenes Chaos, welches der Protagonist selbst erlebt. Auch an Vulgärsprache oder expliziten Szenen sollte man sich nicht stören, unterstreichen diese doch die finale Aussage mehr als deutlich. Dass der Film dabei eine Konsequenz beweist, die manch einem vor den Kopf stoßen wird, sollte eindeutig als große Qualität dieses sicher nicht einfachen Filmes gewertet werden. Großartig.

8/10