Montag, 1. August 2016

Elizabeth (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0127536/

England, Mitte des 16. Jahrhunderts: Die gläubige Katholikin Maria Tudor (Kathy Burke) herrscht über das englische Königreich, doch ihre Zeit neigt sich dem Ende entgegen. Nummer eins in der Thronfolge ist Elizabeth I. (Cate Blanchett), die Tochter des verstorbenen Königs Heinrich VIII und dessen zweiter Frau Anne Boleyn. Für Maria Tudor ist Elizabeth ein Bastard und sie ist – was noch weit schlimmer ist – Protestantin. Die Berater von Maria Tudor wirken darauf hin, dass Elizabeth im Sinne Englands und des katholischen Glaubens hingerichtet werden müsse. Doch Maria Tudor kann sich nicht zum Todesurteil gegen ihre Halbschwester durchringen. Als sie 1558 stirbt, wird Elizabeth mit gerade 25 Jahren Königin von England und Irland und findet sich prompt im Mittelpunkt zahlreicher Intrigen wieder.

Der indische Regisseur Shekhar Kapur zeigt ein anspruchsvolles (und frei nach wahren Begebenheiten geschriebenes) Historiendrama, das überwiegend unspektakulär den Aufstieg bzw. die Entwicklung der englischen Königin Elizabeth I. darstellt und gespickt ist mit kleinen Machtspielchen, die auf den ersten Blick gar nicht so offensichtlich ist. Dennoch ist es ein opulenter Historienfilm über Macht, Politik, Intrigen, Verrat und Emanzipation, der auch ohne brutale Schlachten, aber mit teils etwas expliziten Bildern, sehr unterhaltsam ist. Das liegt unter anderem am überragenden Cast, dem Cate Blanchett im wahrsten Sinne des Wortes die Krone aufsetzt. Sie spielt Königin Elizabeth dermaßen gut, dass sie eigentlich den Oscar als beste Hauptdarstellerin verdient gehabt hätte. Der Film beschäftigt sich in erster Linie um die Verteidigung der Krone gegen Ihre Widersacher im Ausland, im Vatikan und am Königshof selbst. Dabei wird der Umstand, dass Elizabeth nicht heiraten will, zum größten Problem. In einer von Männern regierten Welt kann sich eine unverheiratete Frau nur schwer behaupten. Doch Elizabeth gibt sich nicht kampflos geschlagen. "Elizabeth" ist zweifelsohne anspruchsvoll, düster, authentisch und sehr gut besetzt - ein Ausschnitt aus dem Leben einer interessanten Herrscherpersönlichkeit. Dennoch ist der Film etwas zäh und fühlt sich spätestens ab der Hälfte wie eine Folge einer Soap an. Da nützen auch die hervorragenden Kostüme und die parallel verlaufenden Handlungsstränge nur wenig.

6/10