Montag, 29. August 2016

Deja Vu - Déjà Vu: Wettlauf gegen die Zeit (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0453467/

In New Orleans sprengt ein Terrorist eine Fähre und tötet dabei 543 Menschen. Bei der Aufklärung dieses Anschlags setzen die leitenden FBI-Agenten McCready (Bruce Greenwood) und Pryzwarra (Val Kilmer) eine brandneue Technologie ein. Mit ihr ist es möglich, genau viereinhalb Tage in die Vergangenheit schauen kann – allerdings in jeder Sekunde nur aus einer einzigen Perspektive und ohne die Möglichkeit vor- oder zurückzuspulen. Um dieses System möglichst effektiv nutzen zu können, holen sie sich den ortskundigen ATF-Agenten Doug Carlin (Denzel Washington) mit ins Boot, der ihnen dabei helfen soll, zur richtigen Zeit den richtigen Ort im Auge zu behalten. Und wirklich sitzt der Terrorist Carroll Oerstadt (Jim Caviezel) bald hinter Gittern. Als Carlin jedoch herausfindet, dass man mit der Technologie nicht nur in die Vergangenheit blicken, sondern diese auch beeinflussen kann, will er in der Zeit zurückreisen und die Menschen auf der Fähre retten...

"Deja Vu" ist ein ziemlich spannender Sci-Fi-Actionthriller mit origineller Herangehensweise an die Zeitreise-Thematik und markiert die bereits dritte Zusammenarbeit des 2012 freiwillig aus dem Leben geschiedenen Actionspezialisten Tony Scott und des Darstellers Denzel Washington. Dementsprechend ist er deutlich auf letzteren zugeschnitten und natürlich auch stark vom Hochglanzstil Scotts und seines Produzenten Jerry Bruckheimer geprägt. Ordentlich spannend, sehr fesselnd und von den Schauwerten her wirklich erstklassig. Der Cast ist darüber hinaus ziemlich solide, wobei Denzel Washington natürlich klar hervorsticht. Eigentlich hat "Déjà Vu" alle Zutaten, um ein guter bis sehr guter Action-Blockbuster zu sein, denn Scott setzt wieder auf sein altbewährtes Spiel zwischen Acton, Thriller und Drama. Das man nur noch einige Stunden zurück in die Zeit gehen kann, ist einmal was ganz Neues.

Aber "Déjà Vu" ist trotz allen Lobes kein Meisterwerk und scheitert vor allem daran, dass er sich selbst trotz hochgradig lächerlicher Prämisse so unglaublich ernst nimmt. Unnötig kompliziert, aber nur scheinbar wirklich komplex, wird das dünne Storygerüst allein vom Hauptdarsteller Denzel Washington zusammen gehalten. Das Ende ist ordentlich gelungen, aber leider recht vorhersehbar. Den Weg dorthin verkürzen einige (wenige) rasant inszenierte Actionszenen - darunter eine Verfolgungsjagd, die man so auch noch nie gesehen hat; wenigstens hier macht die Grundidee absolut Sinn. Andererseits geht auch erstaunlich viel Zeit mit Erklärungen und Diskussionen in der schwach beleuchteten Kommandozentrale drauf, während derer Tony Scotts typisch hektischen Schnitte und Kameraschwenks eher fehl am Platz wirken und dem Zuschauer Spannung vermitteln wollen, wo dann eigentlich gar keine ist. Die vielerorts kritisierte Unlogik gehört bei Zeitreisefilmen ohnehin in gewisser Weise dazu, also kann man da noch ein Auge zudrücken.

Jedoch wird der Film von einem einprägsamen Score vom ehemaligen Hans-Zimmer-Schüler Harry Gregson-Williams untermalt, wobei vor allem dessen ruhige Klavierkompositionen in den emotionalen und romantischen Momenten im Gedächtnis bleiben. "Déjà Vu" ist trotz aller Kritik ein mehr als sehenswerter Film. Im Grunde ein typischer Hollywood-Blockbuster in Holchglanzoptik, der sich der Zeitreisen aber mal auf eine etwas andere Art nähert und mit guten Schauspielern und vor allem dem Inszenierungsstil punkten kann. Lohnt sich.

7/10