Sonntag, 10. Juli 2016

Time Bandits (1981)

http://www.imdb.com/title/tt0081633/

Einige Zwerge haben dem Obersten Wesen eine Karte gestohlen, mit der sie Löcher ausfindig machen können, die ihnen erlauben, durch die Zeit zu reisen. Gemeinsam mit dem Jungen Kevin (Craig Warnock) reisen sie zu Napoleon (Sir Ian Holm), Robin Hood (John Cleese), Agamemnon (Sean Connery), auf die Titanic und erleben so nicht nur verschiedenste Abenteuer, sondern klauen ganz nebenbei auch noch so ziemlich alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Doch dann kommt die Karte in die Hände des personifizierten Bösen (David Warner) und die Zwerge müssen alles unternehmen, um sie zurück zu bekommen. Dabei nutzen sie Technologien aus allen möglichen Zeitaltern, von Pfeil und Bogen, über Panzer, bis hin zu Raumschiffen. Doch das Böse ist ein härterer Gegner als erwartet...

Hui, das war abgefahren - sogar für Terry Gilliam. Der Ex-Python und Michael Palin schrieben das Drehbuch und letzterer gehört zusammen mit dem ehemaligen Kollegen John Cleese auch zum Schauspieler-Ensemble. Der Film beginnt als Fantasyabenteuer, das sogar an ähnliche bekannte Genrevertreter erinnert, und dessen Hang zum Unkonventionellem noch nicht allzu deutlich ausfällt. Leider schafft der Film es nicht, das Skurrile mit der klassischen Erzählstruktur zu verbinden. Es wirkt teilweise eher so, als würden beide Interessen des Filmemachers gegeneinander antreten. Somit sind gesamte Abschnitte der Geschichte mehr oder weniger sinnlos: die Episode bei Agamemnon diente vielleicht nur dazu, Sean Connery mit an Bord zu haben; anders lässt sich diese nicht einordnen, da auch keinerlei Charakterentwicklung oder Weiterentwicklung des Plots stattfindet.

Die Auftritte von Michael Palin und John Cleese können einem vielleicht ein Lächeln entlocken und bei einem von zwei Pythons geschriebenem Drehbuch sollte man ja nicht nach dem "Sinn" der Szenen fragen. Das sollte man auch bei dem Film im Gesamten unterlassen, denn das Ende zeigt auch nicht recht, was denn nun die Idee hinter dem Ganzen war.
Da die Zwerge aber recht lustig gespielt und synchonisiert sind und der Film letztlich unterhaltsam ist und durchaus seine Momente hat, kann ich ihm etwas abgewinnen. Aber etwas mehr an klassischem Erzählen, das einen Plot vorantreiben kann oder etwas Spannung erzeugt, wäre vielleicht besser gewesen. Man merkt aber eben den Tricks auch ihre Zeit merklich an und der Sarkasmus ist leider auch nicht ganz so zeitlos, wie man es sich wünschen würde. Das schaffen andere vergleichbare Werke etwas besser. Dafür funktioniert die Parodie im Film noch recht gut und der Plot kann mit seiner Vielschichtigkeit punkten, denn das absurde Amüsement legt teilweise auch ganz unvermutet Tiefsinnigkeit an den Tag. Trotzdem wirkt der unterhaltsame Streifen wie ein schwammiges Etwas zwischen den Python-Filmen und den (späteren) Inszenierungen von Terry Gilliam als eigenständiger Filmemacher.

6,5/10