Samstag, 30. Juli 2016

London Has Fallen (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3300542/

Der britische Premierminister ist unter mysteriösen Umständen gestorben. Zu seiner Beerdigung sind alle führenden Staatsoberhäupter der westlichen Welt eingeladen. Natürlich nimmt auch der US-Präsident Benjamin Asher (Aaron Eckhart) an der Trauerfeier teil. Begleitet wird er von seinem treuen Leibwächter, dem Secret-Service-Agenten Mike Banning (Gerard Butler). Bannings Schutz ist dringend nötig, denn skrupellose Terroristen unter Führung von Aamir Barkawi (Alon Aboutboul) und dessen Sohn Kamran (Waleed Zuaiter) wollen die Zusammenkunft in London nutzen, um sich der anwesenden Politiker zu entledigen und die westliche Welt ins Chaos zu stürzen. Fünf Staatsmänner sterben bei koordinierten Attentaten, Asher soll folgen. Der Präsident und sein Leibwächter tauchen ab – aber wohin sollen sie flüchten, wenn die Terroristen an jeder Ecke zuschlagen können? Unterdessen versucht US-Vizepräident Allan Trumbull (Morgan Freeman), mit Barkawi zu verhandeln. Der Terrorchef verfolgt einen Plan, der Metropolen auf der ganzen Welt bedroht...

"London Has Fallen", das Sequel zu "Olympus Has Fallen", bietet dieselbe 80er-Klon-Action-Kost wie sein Vorgänger: getunkt in Klischées, garniert mit flockigen One-Linern und übergossen mit literweise Patriotismus-Kitsch. Wer erwartet, dass sich Regisseur Babak Najafi mit politischen Statements zum Fenster heraus lehnt, ist naiver als alle Brexit-Befürworter. London muss fallen und zwar mit mächtig viel Kabumm.

Aaron Eckhardt macht zum zweiten Mal einen auf Action-Präsident und sein vermeintlicher Bodyguard lässt Jack Bauer wie einen Kindergartenlehrer aussehen. Banning nagelt den eindimensionalen Bösewichten schon mal zum "Spass" mit einem Messer die Hand auf den Rücken. Empathielos und asozial streckt er zügellos alles nieder was auch nur halbwegs nach Morgenland schmeckt. "London Has Fallen" hat somit Best-Worst-Niveau, denn nicht nur schauspielerisch ist der Streifen reine Standardkost. So druck- und gewaltvoll die Action, so mies zum Teil die Special Effects. Manchmal beschleicht einen sogar das Gefühl von ungewollter Asylum-Magie. Die Chemie zwischen Butler/Eckhardt stimmt aber auch dieses Mal, aber die ewige gegenseitige Lobhudelei ist in manchen Szenen einfach zu viel des Guten.

Der Streifen ist ein zum Kopfschütteln lächerliches Vergnügen, hauptsächlich, weil die Action dermassen übertrieben und politisch unkorrekt inszeniert wurde, dass der Streifen einfach über die ganze Laufzeit von knapp 100 Minuten Spass macht. Kompromisslos wird alles und jeder über den Haufen geknallt. Unaufhaltsam bahnt sich das Präsident/Bodyguard-Gespann seinen Weg durch die verwahrloste Londoner innenstadt mit einem Body Count jenseits von Gut und Böse. Satte 176 Tote werden dem Zuschauer präsentiert. Dem Internet sei Dank haben sich ein paar Nerds sogar die Mühe gemacht, jeden einzelnen Kill aufzulisten, sortiert nach "Victims Name", "Killers Name" und "Cause".

"London Has Fallen" hat wirklich null Anspruch und ist ein 100%iger Propaganda-Film. Die Engländer sind natürlich unfähig zu bemerken, dass ihre Hauptstadt seit Jahren von einem gigantischen Terroristen-Netzt unterwandert ist, ja sogar die königliche Hofgarde ist von zig Attentätern infiltriert. Aber zum Glück gibt es die amerikanischen Elite, die es mal wieder richten muss, will, kann, darf. Anspruchslose, dumme Unterhaltung - im besten Sinne. Fast-Food-Action für niedrigste Ansprüche. So plump, so dumm, so schön. Ein richtiges Guilty-Pleasure. Da freut man sich auf einen etwaigen dritten Teil.

7/10