Montag, 11. Juli 2016

Independence Day (Special Edition) (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0116629/

Es ist der 2. Juli – zwei Tage vor dem Independence Day – als plötzlich riesige Objekte entdeckt werden, die sich auf Kollisionskurs mit der Erde befinden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um Raumschiffe handelt, die sicher nicht in friedlicher Absicht kommen. Schon am nächsten Tag sind diverse Weltmetropolen weitgehend zerstört und US-Präsident Whitmore (Bill Pullman) muss handeln. Wird es den Armeen aus aller Welt mit Hilfe des Ex-Wissenschaftlers David Levinson (Jeff Goldblum) und des Piloten Captain Steven Hiller (Will Smith) gelingen, die Welt vor der Zerstörung zu retten, um den Independence Day wieder feiern zu können?

Roland Emmerichs Zerstörungsorgie aus dem Jahre 1996 war schon in der Kinofassung ein großer kommerzieller Erfolg und hat noch heute seine Fangemeinde. Er machte den damals 28-jährigen Will Smith zum endgültigen Kinostar und glänzte mit für damalige Verhältnisse atemberaubenden Effekten. Kritiker verhöhnen den Film für seinen unverhohlenen, amerikanisierten Patriotismus und Pathos, doch wer großzügig ausblenden kann, dass sich der US-Präsident himself in einen Kampfjet schwingt um die Aliens zu bekämpfen und wen weitere unlogische Abstrusitäten im Plot nicht abschrecken, der bekommt dafür unterhaltsame und teils echt witzige zwei Stunden feinstes Hollywood-Entertainment.

Der auch in der Kinofassung über 2 Stunden lange Film wurde für den Heimkinomarkt noch einmal um über 8 Minuten verlängert. Dabei handelt es sich ausschließlich um Handlungsszenen, die fast immer die Story oder die Charakterzeichnung anfüllen. Der Nutzen der Erweiterungen schwankt dabei von interessant bis überflüssig. Zum Beispiel während David auf dem Weg ins Weiße Haus noch länger nach Connies Nummer sucht, kommen den beiden andere Autos auf der Straße entgegen und Julius muss ein Ausweichmanöver fahren. Oder eine neue Szene, in der man einen offensichtlich sehr religiös veranlagten Mann auf einem Berg aus Trümmern rufen sieht. Und die wohl auffäligste Erweiterung, in der Dr. Okun (Brent Spiner) David das Raumschiff von innen zeigt und ihm einige Instrumente erklärt. Für eine unerklärliche Komponente scheint David dabei eine Lösung zu kennen, die Okun's Team "schlecht aussehen lässt".

Man merkt schon, für Fans ist diese "Special Edition" sicher kein Fehlgriff. Die deutschen Konsumenten haben jedoch einen Wermutstropfen zu verkraften, denn die neuen Szenen wurden offensichtlich wesentlich später als die Kinofassung synchronisiert, was man in den einzelnen Szenen deutlich hört. Die Stimmen hören sich merklich anders an (selbst bei David (Jeff Goldblum), dessen Stimme eigentlich dieselbe ist), bei Will Smith wurde gar ein völlig anderer Sprecher verpflichtet. Das ist etwas schade, trübt aber keinesfalls das Gesamtergebnis.

8/10

Ganz neu und im Steelbook kommt der Film mit Kinofassung und "Special Edition" an Bord auf Blu-ray. Die "Twentieth Anniversary Edition" bietet zudem brandneues Bonusmaterial und einen neuen, verbesserten Bildmaster, welches der Erstauflage um Meilen überlegen ist - dank 4k-Transfer.