Donnerstag, 28. Juli 2016

City Of Ember - City Of Ember: Flucht aus der Dunkelheit (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0970411/

Die Zukunft ist düster. Forscher sehen nur noch eine Möglichkeit, die das Überleben der Menschheit garantieren könnte: Die Erschaffung einer unterirdischen Stadt namens Ember. Dieser Ort soll, so der Plan, über zweihundert Jahre sicher isolieren. Dann wird sich eine verschlossene Metallschatulle öffnen und den Bewohnern den Weg zurück an die Oberfläche eröffnen, wie auch immer diese dann aussehen mag. Doch das Relikt geht verloren, so wie verschiedenste Teile moderner Technik. Die Ausfälle des überlebenswichtigen Generators im „Herzen" Embers mehren sich - und damit die Gefahr immerwährender Dunkelheit. Der junge Doon (Harry Treadaway) meint zu wissen, wie der Generator repariert werden könnte. Er und Lina (Saoirse Ronan), die als Nachfahrin eines Bürgermeisters unwissentlich in den Besitz einer gewissen Schatulle gelangt ist, versuchen alles, um die drohende Katastrophe abzuwenden...

Ästhetisch äußerst eindrucksvoll, irgendwo zwischen Terry Gilliams "Brazil" und Jean-Pierre Juneuts "Die Stadt der verlorenen Kinder", nur in einer wesentlich friedlicheren Variante, in der die skurillen Abgründe der Vorbilder zugunsten von Sepia- und stringenteren Erzähltönen ausgetauscht wurden, ist "City of Ember" vielleicht gerade für diejenigen von Interesse, die seit Jahren den Tod der Kulisse beweinen und den Aufstieg von CGI, die der Film bis auf wenige Ausnahmen komplett zurückfährt, lauthals als Untergang desselben verkünden.

Es ist ein nettes Abenteuer mit einem tollen Setting und grandiosen Kulissen, die einen mit ihrer Stimmung gefangen nehmen können. Dazu kommt ein Cast, der neben der Hauptdarstellerin Saoirse Ronan großartig bis in die kleinesten Nebenrollen mit Bill Murray, Tim Robbins und Martin Landau aufwarten kann. Schade nur, dass sich der Film so ernst nimmt. Ein wenig Humor hätte nicht geschadet.

Dennoch ist Regisseur Gil Kenans "City Of Ember" ein insgesamt schöner Fantasy- und Abenteuer-Familienfilm mit einem für dieses Genre etwas seltsamen Dystopie-Thema, der zunächst vielleicht etwas sehr düster erscheint. Allerdings bringt unter anderem Bill Murrays Figur des Bürgermeisters und schließlich auch die hoffnungsvolle Erlösung am Ende des Plots das ganze Werk auch wieder auf ein kindgerechtes Niveau zurück. Dennoch sollte der Film vielleicht nicht die erste Wahl für ganz junge Zuschauer sein. Er ist recht aufwendig und sehr liebevoll, mit vielen Details und viel handwerklichem Können inszeniert worden, bietet einen spannenden Plot und ist selbst für älteres Publikum rasant genug.

7/10