Mittwoch, 1. Juni 2016

The Forest (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3387542/

Sara (Natalie Dormer) und ihre Zwillingsschwester Jess haben einen ganz besonderen Draht zueinander und fühlen es, wenn mit der anderen etwas nicht stimmt. So ist Sara auch ernsthaft alarmiert, als sie eines Nachts von ihrer Schwester in Not träumt. Sie findet heraus, dass Jess nach Japan gereist ist und dort den mysteriösen Aokigahara-Wald betreten haben soll, einen Ort, den Menschen aufsuchen, um Selbstmord zu begehen. Es heißt, dass die Geister der Toten des Nachts zurückkehren und abseits der Waldwege Unheil verbreiten. Sara reist ihrer Schwester hinterher und ist fest entschlossen, trotz aller Warnungen der Einheimischen nach Jess zu suchen. Gemeinsam mit einem Freund (Taylor Kinney) und dem Fremdenführer Michi (Yukiyoshi Ozawa) betritt die junge Amerikanerin den unheimlichen Wald...

Ach verdammt, da hätte so viel draus werden können. "The Forest" hätte neben seinen unüberraschenden und recht uninspirierten Horrorfilmelementen auch eine Selbstfindungs- bzw. Vergangenheitsbewältigungsgeschichte werden können. Nicht umsonst spielt das Ganze im Wald, der seit gefühlten Urzeiten standardmäßig für das Unterbewusste und Verdrängte steht. Leider wird dies aber nur semi-überzeugend angerissen. Stattdessen möchte der Film lieber auf der oberflächlichen Ebene durch die typischen Horrorszenen und Jump-Scares punkten, was den Zuschauer, der die gängigen Horrorfilme kennt, aber nicht sonderlich beeindruckt. Einige der Jump-Scares sind zwar gut gesetzt und können einen kurz aufblicken lassen, irgendwann jedoch hat man sich an all dies gewöhnt. Natalie Dormer weiß indess ganz gut gefallen, abgesehen davon ist der Film aber austauschbare Standardware. Wer einen Wald zwischen bedrückender Düsternis und unberechenbarer Natur erleben will, sollte lieber Lars von Triers weit tiefgründigeren "Antichrist" anschauen. "The Forest" ist letztlich mehr Psychothriller denn Horrorfilm, auch wenn er sich fleißig an Anleihen aus dem Horrorkino bedient. Dem Film liegen viele interessante Ideen zugrunde, die aber leider nicht mal ansatzweise ausgeschöpft - oder zumindest mit einem gewissen Tiefgang versehen - werden. Schade. Echt schade.

5,5/10

Von SPLENDID kommt der Film auch im limitierten Mediabook: