Mittwoch, 1. Juni 2016

Basic Instinct (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0103772/

Der berühmte Rockstar Johnny Boz (Bill Cable) ist tot. Beim Liebesakt wurde er brutal mit einem Eispickel hingerichtet und mit einem weißen Seidenschal ans Bett gefesselt. Schnell gerät Catherine Tramell (Sharon Stone), die Freundin des Mordopfers, ins Visier der beiden Ermittler Detective Nick Curran (Michael Douglas) und Gus Moran (George Dzundza), denn immerhin war sie noch in der Nacht vor dem Mord mit dem Opfer zusammen. Auch die Veröffentlichung ihres letzten Buches, in welchem ein Rockstar mittels Eispickel umgebracht wird, trägt nicht zu ihrer Entlastung bei. Während Catherine Tramell sich dem polizeilichen Verhör erfolgreich entziehen kann und an ihrem neuen Buch schreibt, verfällt Detective Nick Curran der eiskalten Blondine, nichtsahnend, dass ausgerechnet ein Polizist in ihrem nächsten Werk das Mordopfer ist...

Paul Verhoeven und Joe Eszterhas, da haben sich zwei gefunden. Das psychologische Spiel mit eigentlich trivialen Oberflächen beherrschen beide ausgezeichnet, so wie sie Provokation akzentuieren, die Gewalt und die Lust daran mit intensiver Analyse zur Verführung ausstellen und das Wechselverhältnis von Opfer und Täter zu einem Akt der Ekstase ballen.

Der Film ist vollkommen zurecht einer der bekanntesten Thriller der 90er-Jahre. Die Geschichte beinhaltet ein perfides Katz- und Maus-Spiel das bis Schluss ungemein spannend bleibt. Ein souveräner Michael Douglas spielt sich mit Ach und Krach auf Augenhöhe mit der heißen wie kalten Sharon Stone, die mit dieser mutigen Rolle Weltruhm erlange, nachdem viele Stars sie ausgeschlagen hatten, obwohl sie bereits in "Total Recall" im Schatten von Arnold Schwarzenegger einen sehr attraktiven Auftritt hinlegte.

Zudem bietet "Basic Instinct" eine ausgewogene Mischung aus Erotik und Thriller und erinnert in seiner Machart an die Filme von Alfred Hitchcock. Er ist ruhig aber straff inszeniert und funktioniert insbesondere durch die coole Noir-Grundstimmung, glänzend unterstützt durch Jerry Goldsmiths geheimnisvoll und sexy anmutende, in den richtigen Momenten wuchtige Musik. Es ist auch einer jener wenigen Filme, in denen der Score allen Darstellern die Show stiehlt. Was Jerry Goldsmith hier komponiert hat, ist schlichtweg sensationell und taucht die Story in eine dauerhaft unwirkliche düstere und soghafte Welt der Erotik und des Verbrechens.

Der Film ist eine meisterliche Spirale aus Gewalt, Sex und seelischen Abgründen und besticht durch eine gewohnt starke Inszenierung Verhoevens, eine tolle, wendungsreiche und durchgehend spannende Story und köstliche Dialoge. Ein wahrlich exellent gespielter Thriller, der einen bis zum Ende mit den Charakteren mitfiebern lässt und den Zuschauer mit großer Sicherheit vom Abschalten abhält bis man dieses Meisterwerk der Filmgeschichte bis zum bitteren Ende genießen durfte.

8/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 500 Stück limitierten Mediabook.