Dienstag, 3. Mai 2016

Pan 3D (2015)

http://www.imdb.com/title/tt3332064/

Der aufgeweckte 12-jährige Waisenjunge Peter (Levi Miller) lässt sich nur selten etwas gefallen. Doch in dem trostlosen Heim, in dem er aufwächst, wird jedes noch so kleine Anzeichen von Rebellion im Keim erstickt. Eines Nachts verschwindet Peter wie von Zauberhand aus dem Waisenhaus und findet sich plötzlich im magischen Nimmerland wieder, das von Feen, Kriegern und Piraten bewohnt wird. Während er versucht, sich an dem fremden und faszinierenden Ort zurechtzufinden, macht er Bekanntschaft mit der kämpferischen Tiger Lily (Rooney Mara) und dem charmanten James Hook (Garrett Hedlund). Das alles ist erst der Beginn eines ebenso gefährlichen wie aufregenden Abenteuers, bei dem Peter nicht nur etwas über seine verschwundene Mutter erfährt, sondern es auch mit dem finsteren und erbarmungslosen Piraten Blackbeard (Hugh Jackman) zu tun bekommt, dem er sich gemeinsam mit seinen neuen Freunden in den Weg stellt, um Nimmerland zu retten...

Die Neuverfilmung des "Peter Pan" ist eine knallbunte, bildgewaltige und gleichwohl opulente Kinounterhaltung der Marke Hollywood. Regisseur Joe Wrights sehr freie Kinderbuch-Interpretation eines Messias der die Phantasie rettet, kann durchaus als seelenlose, bonbonfarbene CGI-Leistungsshow abgetan werden. Aus der ursprünglichen Parabel über Flucht in traumhafte Welten wegen traumatischer Kriegserlebnisse ist nämlich - nicht nur oberflächlich betrachtet - eine naive Abenteuergeschichte geworden, die in den unendlichen Möglichkeiten und Weiten des Computers schwelgt.

Irgendwo zwischen Erwachsenwerden mit kindlichen Allmachtswünschen und Kriegsfilm mit fliegenden Piratenschiffen erzählt "Pan" die etwas alternative Vorgeschichte zum allseits bekannten "Peter Pan". Ethno-Kitsch, Genre-Klischees und "Indiana Jones" sorgen dafür, dass diese 3D-Blockbuster-Luftblase optisch enorm schillert. Die großartigen futuristischen Szenarien sind in ihrer faszinierenden Künstlichkeit gewaltig. Leider kommt einem dabei auch der Soundtrack ungeheuer bekannt vor - oft scheint es, als hätte man diesen direkt aus der "Fluch der Karibik"-Saga entliehen. Wenn das episodenhafte Spektakel dann mal pausiert, bricht es mangels erzählerischen Qualitäten in sich zusammen. Die Computerlast ist zu groß, die Story an sich zu dünn, die Schauspieler recht blass, obgleich mit Hugh Jackman und Rooney Mara zwei große Namen auf der Besetzungsliste stehen. Doch auch Levi Miller als titelgebender Held ist nicht der ganz große Wurf, obwohl er seine Rolle lebt und immerhin für Sympathien beim Zuschauer sorgt. Weniger künstliche Welten, mehr Herz für die (Original-)Kindergeschichte wäre wohl besser gewesen. Trotzdem ist diese rauschhafte Opulenz, die den Film vorantreibt, beachtlich. 

6,5/10

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