Samstag, 28. Mai 2016

葉問3 - Yip Man 3 - Ip Man 3 (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2888046/

Hong Kong, 1959: Der legendäre Wing-Chun-Kampfsportler Ip Man (Donnie Yen) führt ein beschauliches Leben mit seiner gesundheitlich eingeschränkten Frau Wing-sing (Lynn Hung) und seinem Sohn Ip Ching (Wang Yan Shi). Doch als der korrupte US-Bauspekulant Frank (Mike Tyson) und seine Schergen das Land, auf dem die Schule von Ips Sohn steht, an sich reißen wollen, schreitet der Meister ein. Zusammen mit dem talentierten Wing-Chun-Kämpfer Cheung Tin-chi (Jin Zhang) und dem Vater von Ip Chings Mitschüler Cheung Fung, macht es sich der Martial-Arts-Meister zur Aufgabe, die Schule mit allen Mitteln vor dem raffgierigen Frank zu schützen und für Gerechtigkeit zur sorgen. Als Ip schließlich Frank gegenübersteht, kommt es zu einem ausufernden Kampf, der über das Schicksal der gesamten Schule entscheiden soll.

Der neueste Beitrag in die Saga um Wing-Chun-Ikone Ip Man ist ein adäquater dritter (fünfter) Teil, der die im Vorgänger eingeschlagene Fahrtrichtung, weg vom westlichen Biopic hin zum ikonischen Genrefilm, konsequent weiter geht. Vom unangenehmen Nationalismus hat man sich hier aber dankenswerter Weise verabschiedet.

Inhaltlich ist "Ip Man 3" sehr simpel und wenig ambitioniert. Mehr als üblicher Genrestandard ist kaum zu erwarten. Der Film wirkt mit seinen drei Handlungssträngen zudem reichlich inkohärent. Zuerst baut man den Plot um Tysons Schlägertruppe als Hauptstrang auf, nur um ihn dann nach zwei Dritteln wieder zu beenden. Dem Film tut dies allerdings gut, denn dieser Part bietet die eindeutig schwächsten Minuten. "Iron" Mike Tyson spielt unfassbar schlecht, was wegen seiner geringen Screentime zum Glück nicht weiter ins Gewicht fällt. Wenn dann die Nebenhandlung um Zhang Jin ins Zentrum rückt wird "Ip Man 3" deutlich besser und man bekommt endlich ganz klassisches Kung-Fu-Kino geboten. Zwischenzeitlich gibt es noch reichlich familiäres Melodrama, das aber immerhin ganz ordentlich verpackt wurde und nicht ganz so rührselig ausgefallen ist wie üblich. Darstellerisch wird dabei solide Kost serviert. Donnie Yen hat die Rolle seines Lebens gefunden und schlägt sich für seine Verhältnisse recht wacker. Für die nötige Qualität sorgt vor allem Patrick Tam, der leider nie den verdienten Durchbruch geschafft hat. Ebenfalls herausragend ist Zhang Jin, der wie schon in "Saat Po Long 2" den anderen Akteuren die Show stiehlt.

Für die Action sorgt dieses Mal niemand geringeres als Yuen Woo Ping. Dem Thema angemessen ist seine Inszenierung erstaunlich bodenständig ausgefallen. Anfangs sind die Auseinandersetzungen allerdings eher Beiwerk, werden aber spätestens mit dem druckvollen Kampf im Fahrstuhl zur Augenweide. Alles was folgt ist überaus stilvoll choreographiert und in abwechslungsreichen Locations angesiedelt. Das Finale zwischen Yen und Zhang ist aber dann wirklich sagenhaft und vermutlich der spektakulärste Wing-Chung-Kampf seit Ewigkeiten. "Ip Man 3" hebt damit wieder das Niveau, dass seine beiden Vorgänger "Ip Man Zero" und "Ip Man: Final Fight" so heruntergezogen hatten - allein schon durch die Abwesenheit von Donnie Yen.

7,5/10

Von SPLENDID erschienen die fünf Teile der "Ip Man"-Saga im limitierten Mediabook im Vinyl-Format als "IP MAN - THE COMPLETE COLLECTION" mit 60-seitigem Bildband.