Donnerstag, 28. April 2016

Baskin (2015)

http://www.imdb.com/title/tt4935418/

Der Polizist Arda (Görkem Kasal) ist noch recht neu in seinem Job, doch schon einer seiner ersten Einsätze wird für ihn im wahrsten Sinne des Wortes zur reinen Hölle. Gemeinsam mit dem Polizeichef Remzi (Ergun Kuyucu), der seit dem Tod von Ardas Eltern auf ihn Acht gibt, dem Hitzkopf Yavuz (Muharrem Bayrak) und zwei weiteren Kollegen reagiert der Neuling auf einen Notruf, der die Einheit zu einem heruntergekommenen, alten Haus mitten im Nirgendwo führt. Doch schon auf der Fahrt dorthin bauen sie aufgrund einer plötzlich auf der Straße erscheinenden Kreatur einen Unfall, weswegen sie ihren Weg zu Fuß fortsetzen müssen. An ihrem Ziel angelangt, finden sie ein anderes Polizeiauto vor, von dessen Insassen allerdings jede Spur fehlt. Als sie dann das naheliegende Haus betreten und immer tiefer in dessen düstere Gänge und Räume vordringen, in denen ein blutrünstiger Kult sein Unwesen treibt, beginnt für die Polizisten ein schrecklicher Albtraum, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

"Baskin": surrealistischer Horror mit stilistischen Anleihen von Dario Argento, gepaart mit derben Gewaltexzessen - besonders zum Ende hin. Zunächst sieht der Film einfach nur toll aus und ist großartig inszeniert. Ein traumhaftes Blau legt sich sanft um orange-gelbe Lichtquellen, die Kamera gleitet geradezu über die Szenerie, Feuerfunken fliegen vor kühlen Räumen umher, eine Gestalt in Kutte tritt immer wieder ins Bild. Die machohaft-homophoben Gespräche der plaudernden Polizisten kann man zu der Zeit noch augenrollend beiseite lassen, auch wenn es etwas schade ist, dass der Film, auch später, nicht wirklich tiefer in die Charaktere gegangen ist. Aber es sollte, wie schon bei Argento, um etwas anderes gehen: um Atmosphäre.

Und die behält "Baskin", der auf dem gleichnamigen Kurzfilm beruht, bis zum tatsächlich bitteren Ende bei, reichert sie mit düster-surrealen Elementen von Folter und Sex an, schlägt erzählerisch einige Haken und endet schließlich in der Folterkammer selbst. Das ist ordentlich brutal und mit einer angenehmen Liebe für das Symbolhafte gestaltet, wird allerdings bald auch ziemlich langatmig. Weder Charaktere noch der Spannungsaufbau gestalten sich als dynamisch. Wirklich gruselig wird der Film auch nicht, da er gerade zum Ende in lahm ausdefinierte Showeffekte verfällt. Das erinnert gern an Rob Zombie, in dessen Streifen oft und gern jegliche Spannung zugunsten blutig austarierter Horrorkabinette verworfen wird. Die Atmosphäre bleibt hier zwar auf hohem Niveau, verliert mit der behäbigen Inszenierung aber bald auch ihre Kraft. Und damit verliert auch der Film sein stärkstes Merkmal und hat nach gut über einer Stunde Laufzeit auch schon die meiste Energie verbraucht. Etwas schade.

6,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES kommt der Film ungeschnitten und ab 18 in der "2-Disc Limited Collector's Editon" im Mediabook mit 24-seitigem Booklet: