Montag, 28. März 2016

The Hunger Games: Mockingjay, Part 1 - Die Tribute von Panem: Mockingjay: Teil 1 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1951265/

Nachdem Katniss (Jennifer Lawrence) erfahren musste, dass ihr Heimat-Distrikt 12 vollständig zerstört wurde, begibt sie sich dorthin, um die Ausmaße selbst in Augenschein zu nehmen. Bis auf die Unterkünfte für die Sieger der Spiele wurde der gesamte Bezirk von der Regierung in Schutt und Asche gelegt, allein der Familienkater Butterblume hat überlebt. Katniss bringt das Tier in ihr neues Zuhause: Distrikt 13. Dessen Bewohner leben im Untergrund, besitzen Kernwaffen und stehen der Regierung feindlich gegenüber. Katniss ist noch immer das Gesicht der Revolution, der auch ihr Freund Gale Hawthorne (Liam Hemsworth) angehört. Sie weigert sich aber anfänglich, an Propaganda-Aktionen für den Aufstand teilzunehmen, da sie um das Leben von Peeta (Josh Hutcherson) fürchtet. Der wird von der Regierung als Lockvogel eingesetzt und warnt in einer Sondersendung die Revolutionäre vor einem Militärschlag seitens der Regierung, sollten diese sich nicht ergeben. Auf das Versprechen hin, dass Peeta im Falle eines Sieges nicht bestraft wird und sie den Präsidenten des Kapitols selbst töten darf, willigt Katniss schließlich doch ein, den Revolutionären zu helfen.

Der lange und verwinkelte Weg zur Revolution ist mit 7-Tage-Regenwetter-Gesicht eine wahrlich zähe Angelegenheit. Der neueste Trend: Möglichst viele Szenen der Literaturvorlage zu bebildern, um maximale Gewinne einzustreichen. Der Film trauert damit aber einer aseptischen Liebesgeschichte hinterher und die Macht des phrasenhaften Dialogs ist vergleichbar wie der Weg zum Erwachsenwerden. Wie auch die beiden Vorgänger ist "Mockingjay" aber kompetent in Szene gesetzt und liefert eine interessante Geschichte, welche Fantasy, Dystopie und leichte Anklänge von sozialkritischen Themen mit sich bringt. Das Ganze ist sicherlich in erster Linie für Jugendliche gedacht und entsprechend findet man hier junge, mutige Heldenfiguren sowie eine zielgruppengerechte Liebesgeschichte vor. Man kann aber an der Idee Gefallen finden, endlich einmal ein Fantasy-Setting mit moderner und teilweise futuristischer Technik sehen zu dürfen, was es in der Filmwelt leider viel zu selten zu sehen gibt.

"Mockingjay Teil 1" will auch etwas tiefgründiger als seine beiden Vorgänger, ein moderner Kriegsfilm über Medien-Manipulation, Faschismus, fremdbestimmten Erwartungen und inneren Kämpfen sein, will tiefenpsychologisch die Zielgruppenbedürfnisse, die Lebenswelten des jugendlichen Publikums mit großer Ernsthaftigkeit ernst nehmen. Das ist ehrbar und nicht so von einem Industrieprodukt zu erwarten gewesen. Entstanden ist eine Art Warteschlange auf die große Schlacht, der erzählerische Bogen des eh schon schmalen Romans wird gewaltsam unterbrochen. Leider entstehen so unnötige Längen, Kern-Motive werden immer und immer wieder wiederholt. Emotionale Highlights sind eher spärlich gesät, eine trübe Beerdigungsstimmung kommt auf. Der eh schon arg dünne Plot weißt wenig erzählerischer Substanz auf, verstärkt durch die Fehlentscheidung das Finale in zwei Teile zu splitten. Einzig Jennifer Lawrence' Präsenz und die Leistung der Darsteller-Riege um sie herum retten den ersten Teil von "Mockingjay".

6/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.