Mittwoch, 9. März 2016

No Retreat, No Surrender - Karate Tiger (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0089695/

Der Teenager Jason Stillwell (Kurt McKinney) ist ein glühender Bruce-Lee-Verehrer und trainiert im Karate-Dojo seines Vaters. Als dieser von Ivan Kruschensky (Jean-Claude Van Damme), dem Schläger eines Verbrecher-Syndikats, invalide geprügelt wird und somit gezwungen ist, das Dojo aufzugeben, zieht die Familie von Los Angeles nach Seattle. Jason ist enttäuscht vom dem seiner Meinung nach feigen Rückzug seines Vaters und wird darüber hinaus kurz nach der Ankunft in Seattle von einer Clique um den schleimigen Scott (Kent Lipham) als neues Opfer auserkoren. Nach einer schmerzhaften Prügelei und einem heftigen Streit mit seinem Vater fleht der verzweifelte Jason sein Idol Bruce Lee um Beistand an. Noch in derselben Nacht erscheint ihm der Geist von Sensei Lee (Tai Chung Kim), der Jason fortan in den Künsten der Selbstverteidigung unterrichtet. Währenddessen verbreitet das Syndikat aus L.A. auch in Seattles Dojos Angst und Schrecken. So bietet sich für Jason schon bald die Chance, mit Kruschensky abzurechnen...

Es ist schon bezeichnend, dass auf dem Cover ganz groß Jean-Claude Van Damme auf dem Titel prangt und dann hat der Kerl nur gefühlte 5 Minuten Auftritt in dem ganzen Film. Diesen meistert er zwar mit dem was er am besten kann, nämlich Prügel austeilen. Der Star des Films ist aber ein ganz anderer, nämlich Kurt McKinney als lernender Karatekämpfer. Und wenn man nun ganz ehrlich ist, dann ist "Karate Tiger" ein furchtbar dummer und trashiger Abklatsch von dem 2 Jahre zuvor erschienenen "Karate Kid", der kaum eine hohe Wertung verdient hat. Stereotypische Figuren, schlechte Schauspieler, eine hohle Story, ein mieses Drehbuch samt unglaublich stumpfsinniger Dialoge. Er ist nicht einmal besonders brutal, da im gesamten Film kein Blut vergossen wird. Es ist einfach alles vertreten, was einen schlechten bzw. trashigen Film ausmacht.

Und doch kann man sich einer gewissen Faszination für diesen Film nicht entziehen, schließlich kann man ihn immer und immer wieder sehen, ohne dass er langweilig wird. Er hat diesen Achtziger Oldschool-Charme, der ihn zu einem Kleinod macht. Die Geschichte um Demütigung, Training und Abrechnung sowie einem imaginären Bruce Lee wird einfach so herrlich bescheuert erzählt, dass es mir immer wieder aufs neue Vergnügen bereitet dem zu folgen. Die Kampfchoreo ist auch eher mittelmäßig und die Kampfgeräusche erinnern an einen Spencer/Hill-Streifen. Trotzdem hat "Karate Tiger" einen gewissen Spirit, der auch in der heutigen Zeit noch funktioniert.

5,5/10

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