Mittwoch, 23. März 2016

[KINO] Batman v Superman: Dawn Of Justice 3D (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2975590/

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von "Man Of Steel" Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon). Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck). Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred (Jeremy Irons) – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor (Jesse Eisenberg) alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe "Justice League" formieren...

3 Jahre nach "The Dark Knight Rises", dem großartigen und meiner Ansicht nach weit unterschätzten Ende Nolans Batman-Trilogie, und dem sehr guten "Man Of Steel" treffen nun schon die beiden größten Helden des DC-Universums aufeinander. Zack Snyder, der auch schon für "Man Of Steel" verantwortlich zeichnete, zeigt mit "Batman v Superman: Dawn Of Justice" - so verrät schon der Titel - die Anfänge der "Justice League". Zumindest wollte er das. Denn das, wofür sich das Marvel Cinematic Universe über Jahre, beinahe schon ein Jahrzehnt Zeit gelassen hat (den ersten "Hulk" rechnet man gern mit ein), soll nun in einem - mit einer Laufzeit von 152 Minuten zwar beachtlichen - aber trotzdem viel zu kurzem Film an die Fans getragen werden. Und damit haben wir schon das erste und größte Problem. Die Zeit. Die reicht nämlich einfach nicht aus, um allein schon den "neuen" Batman einzuführen. Da bringt auch die gefühlt tausendste Wiederholung der Ermordung von Bruce' Eltern und sein Fall in die Fledermaushöhle nichts. Gut, Affleck soll offenbar das Werk von Bale weiterführen, okay. Aber daraus ergibt sich bereits das nächste Problem: Kontinuität. Denn diese geht bei dieser Fledermaus völlig den Bach herunter, war doch Bale am Ende von "The Dark Knight Rises" quasi zurückgetreten und gab sein Erbe an jemand anderen weiter. Hm. Na gut.


Immerhin bietet Ben Affleck (und das hätte man so wohl nicht vermutet) einen charmanten Bruce Wayne und einen wahllos brutalen Batman, der seiner anfänglich gepredigten Linie (zivile Opfer) im Verlauf des Films immer untreuer wird. Bruce Wayne wird so eine glaubwürdige Motivation spendiert, die innerhalb von Sekunden einfach revidiert wird. Das treibt einem die Fragezeichen ins Hirn. Jeremy Irons liefert nach Michael Caine eine sehr gute Interpretation des Butlers Alfred ab. Er ist herrlich und erfrischend zynisch, hat immer einen Spruch auf Lager und man besann sich wohl mit ihm auf die ganz alten Werte seines Charakters - nämlich dass er auch mal aktiv ins Geschehen eingreift. Wenn auch nur Remote. Henry Cavill spielt erneut solide in seinen beiden Rollen als "Superman" und Redakteur. Ihm nimmt man als einzigem Helden seine Rolle auch wirklich ab, während die Auftritte von Amy Adams' Lois Lane einfach nur nervig sind. Gleiches gilt für Jesse Eisenbergs überdrehten Lex Luthor. Eisenberg ist ein hervorragender Schauspieler und wird von mir hochgeschätzt, aber seine Interpretation des Luthor ist nicht die, die man erwarten würde, sondern eher ein milderer Joker. Und das passt leider gar nicht. Ganz anders ist da die toughe Diane Prince, gespielt von Gal Gadot. Sie hat zwar vergleichweise wenig Screentime und ihre Origin-Story (die 2017 in die Kinos kommen soll) hätte mal besser vor dem Film gezeigt werden sollen, aber im Rahmen der Gesamtidee ist es in Ordnung, obwohl gleichzeitig ein wenig verschenkt. Immerhin kann man schon ein paar Infos (unter anderem zur Besetzung, wenn man die noch nicht kannte) zum kommenden "Wonder Woman" erhaschen wenn man ganz genau hinschaut.


Bis es aber zum finalen Kampf kommt, springt Snyder ein wenig zu wild zwischen den Geschehnissen hin und her. Die Geschichte hüpft von Ort von Ort, zu Logiklücke und Plothole hin zur nächsten albernen Traumsequenz. Da gibt es welche, die wohl nur eingebaut wurden, um ein wenig mehr "Epicness" in den ersten drögen Teil des Films zu bringen, denn wenn man ganz ehrlich ist passiert da eigentlich nicht viel. Auch Luthors Motivation als Gegenspieler geht verlustig. Dass er wahnsinnig ist kann man zwar hinnehmen, aber warum man deswegen gleich so einen Plan schmiedet, der final die Erweckung von dem in "Man Of Steel" besiegten General Zod und damit Doomsday zur Folge hat, erschließt sich nicht. Da wurden auch im DC Universum schon weitaus bösere Gegner besser eingeführt und erklärt. Und damit hätten wir das dritte Problem, an dem viele Superheldenfilme knabbern müssen und nur (und ironischerweise) das MCU nicht krankt: die Überlastung durch Charaktere. Denn während Batman nach dem "falschen Gott" in Lex' Archiven sucht, findet er gleich mal noch streng geheime Dokumente über "The Flash", "Aquaman" und "Cyborg", die man dann auch ganz kurz zu Gesicht bekommt. Das ist sicherlich nett und treibt einem schon ein Lächeln ins Gesicht, aber reicht eben auch nicht als Origin-Story für eine kommende "Justice League" aus. Gut, zumindest bei "The Flash" gibt es eine großartige Serie.

Und während der Film spätestens am Ende mit großartigen Effekten (und teils wirklich epischen Bildern) punkten kann, versagt die Kamera komplett. Kaum ein Kampf wird eingefangen, immer geht es wild von hier nach da, sodass man schnell die Übersicht verliert. Was man deutlich merkt sind auch die krassen, schnellen und harten Schnitte, wenn es zur Sache geht. Konnte Snyder in "Sucker Punch" und "Man Of Steel" noch sein Talent in punkto Action zeigen, sind weder eine Autoverfolgungsjagd oder der Kampf der beiden Helden, noch der Endkampf gegen Doomsday mitreißend. Ja, und da ist Problem Nummer 4, denn die Trailer verrieten wirklich schon alles, was man über den Film wissen musste: Luthor, Doomsday, Kampf zwischen Batman und Superman. Hier hätte man sich eben nicht nur auf die Gesichter der "Justice League" als Überraschung beschränken dürfen.

Bereits vor Kinostart wurde ja - vermutlich auch wegen dem R-Rated-Erfolg von "Deadpool" - eine verlängerte, härtere Fassung angekündigt. Wenn dies sich nicht nur auf Fight und 'Ka-wumm' beschränkt und den Charakteren etwas mehr Freiraum zur Entfaltung gewährt, ein paar Logiklöcher und Plotholes ausbügelt, dann ja dann könnte diese tatsächlich die bessere Version des Films sein. Die Kinofassung enttäuscht jedenfalls etwas.

6,5/10

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