Dienstag, 1. März 2016

Clown (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1780798/

Die Geburtstagsfeier des zehnjährigen Jack (Christian Distefano) droht ins Wasser zu fallen, denn der gebuchte Clown musste absagen. Sein Vater Kent (Andy Powers) will nicht in viele traurige Kindergesichter schauen. Glücklicherweise findet er auf dem Dachboden ein altes Clown-Kostüm und rettet als Ersatz kurzerhand die Party. Als sich der Abend dem Ende neigt und die Gäste wieder fort sind, hat er jedoch ein Problem: Die Verkleidung lässt sich nicht abstreifen. Für ihn und seine Ehefrau Meg (Laura Allen) ist das zunächst nur ein Witz, doch das Lachen vergeht ihnen schon bald und ein unvorstellbarer Albtraum nimmt seinen Lauf. Jeder Versuch, das Kostüm loszuwerden, ist mit schrecklichen Schmerzen verbunden. Das Outfit scheint mehr und mehr mit Kent zu verschmelzen, dabei verändert sich nicht nur sein Äußeres. In seinem Kopf nistet sich etwas Böses ein und mit ihm erwächst ein unbändiger Hunger... auf Kinder.

Der Clown ist ein Wesen das vielen Menschen Furcht bereitet, Panik auslöst oder regelrechte Urängste freisetzt, die bei anfälligen Gemütern für schlaflose Nächte sorgen können. Fällt in diesem Zusammenhang der Name Eli Roth, so verdichten sich die Indizien auf einen unheimlichen Horrorfilm mit reichlich Blut, der nicht nur Menschen mit einer Clown-Phobie in wimmernde Angsthasen verwandelt. Dieses vorab aufgebaute erwartungsfrohe Bild wird aber hinterrücks niedergetrampelt. Von Mittelmäßigkeit. Warum werden hier gesellschaftlich anerkannte Bilder von Menschen zerstört? Es ist immer das Gleiche. Eine hübsche Mutter aus gutem Elternhaus (welches man gleich mit kaputt machen kann), ein liebender Ehemann, ein kleines Kind, sie ist schwanger und, und, und. Wie wäre es denn mal damit, ein unkonventionelles Menschenbild zu zerstören? Wo man noch richtig mitfiebert, Angst um seltene Wesen hat. Was für eine grandiose Idee ansich, das "sterbende Böse" in einen Familienvater zu infiltrieren, all das, wovor er seine eigenen Liebsten im Grunde zu beschützen gedenkt... und dazu sind die Familienbilder viel zu langweilig. Man sieht sie nämlich überall und anderorts. Aber der Clown selbst, der Dämon, hat gute Ansätze und verströmt mal wieder Monster-Horror-Feeling und damit auch phasenweise durchaus Atmosphäre. Aber angesichts des mit seinem Träger verschmelzenden Kostüms hätte das Augenmerk aber gern auch verstärkt auf Body-Horror Cronenbergscher Prägung liegen können. So jedoch bleibt "Clown" letztlich ein simples Splattergeschoss. Letzteres aber immerhin nicht zu knapp. Horror für Feingeister ist das nicht, aber Horror für Grobiane.

6/10

Von Tiberius Film erschien der Film im MediaMarkt-exklusiven Steelbook.