Samstag, 9. Januar 2016

The Forbidden Kingdom (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0865556/

Der 17-jährige Jason (Michael Angarano) liebt Kung-Fu-Filme so sehr, dass er von ihnen träumt. Die Wirklichkeit sieht weniger rosig aus, denn da drangsalieren ihn Lupo und seine Gang. Die Fieslinge zwingen Jason, bei einem Überfall auf das Geschäft von Old Hops (Jackie Chan) in Chinatown mitzumachen. Als der blinde Besitzer niedergeschossen wird, gibt er seinem Stammkunden Jason im letzten Moment den Kampfstab des mythischen Affenkönigs (Jet Li) - woraufhin der Bostoner Junge sich plötzlich im alten China wiederfindet. Seine Mission ist es nun, den Stab an seinen rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben. Der fiese Jadekriegsherr (Collin Chou) hat die Waffe dem weisen Affenkönig nämlich vor 500 Jahren durch eine List entwendet und den unsterblichen Kämpfer in Stein eingeschlossen. Gejagt von Soldaten und einer weißhaarigen Dämonin (Li Bingbing) findet Jason die Unterstützung des ständig betrunkenen Unsterblichen Lu Yan (Jackie Chan), eines schweigsamen Mönchs (Jet Li) und der Kriegerin Goldener Sperling (Liu Yifei).

Jet Li und Jackie Chan gemeinsam in einem Film. Klingt storytechnisch erst einmal episch, aber "The Forbidden Kingdom" ist - und das bemerkt man recht schnell - kein Film, der mit einer überwältigenden und unglaublich innovativen Geschichte glänzt, zumal man offensichtlich ein wenig krude in der chinesischen Literatur geräubert hat. Auf der anderen Seite ist er aber auch irgendwie kein Film, der über die Story kommen will, sondern über Martial Arts, Kostüme und Design. Und das schafft er. Wenn man so will, ist "The Forbidden Kingdom" ein leicht amerikanisierter Kung-Fu-Action-Abenteuer-Fantasy-Film, der sich ein paar netter Computertricks bedient, um schön ins moderne Kino zu passen.


Ein paar würzende Gags kann man bei Jackie Chan durchaus erwarten, wobei einige eine gewisse Selbstironie nicht verleugnen können. Der Film ist glücklicherweise auch kein Schenkelklopfer-Marathon, aber man hier und da ein paar schöne Lacher dabei. Neben dem Humor ist auch die visuelle Charaktergestaltung sehr gelungen. Besonders gefallen kann die weißhaarige Hexe, trotzdem sind die Charaktere allesamt recht klischéehaft geraten. Was aber wiederum in diesem Film passt. Zudem bietet der Film einige sehr schön choreographierte Kampfszenen mit unterschiedlicher Teilnehmerzahl und Zusammensetzung. Dazu gibt es ein paar (wenige) gewohnte asiatische Flugeinlagen, ein wenig Kamehameha und andere magische Supertricks, Stockkämpfe und andere Waffen. Das Rundum-Sorglos-Paket der Kung-Fu-Standards quasi.


Ganz unverhohlen wurde auch eine gehörige Portion "Karate Kid" beigemengt. In dieser Offensichtlichkeit sicher als eine Art Hommage zu verstehen, aber auch so bekannt, dass das Ende des Films klar auf der Hand liegt. Wenigstens ist das Ganze ordentlich in einem Paket verschnürt und wird gekrönt von einem wirklich hervorragenden Endkampf, der den Namen auch verdient hat. Er hat etwas Episches, das kann man nicht verleugnen und lädt zum Genießen ein. Die etwas schwache Story und den doch etwas nervigen kleinen Ami, den man mit ein wenig Willen hätte ersetzen können (inklusive der kompletten Jetzt-Zeit-Nummer), trüben das Gesamtbild zwar etwas, aber dennoch wird man von dem Film gut unterhalten. Und vielleicht schlägt er ja tatsächlich eine kleine, brüchige Brücke zwischen östlichen und westlichem Kino.

6,5/10