Dienstag, 12. Januar 2016

OSS 117: Le Caire, Nid D'espions - OSS 117: Der Spion, der sich liebte (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0464913/

Wir schreiben das Jahr 1955: Gamal Abdel Nasser übernimmt die Macht in Ägypten und gibt seiner Politik eine panarabische Ausrichtung. Die Sueskrise spitzt sich langsam zu. Aufgrund der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Position des Sueskanals zeigten sich der britische Geheimdienst und die französischen Kolonialherrscher wenig erfreut über die Ereignisse. Als dann auch noch Jack Johnson (Philippe Lefebvre), ein Agent des amerikanischen Nachrichtendienstes spurlos verschwindet, wird OSS 117 (Jean Dujardin) nach Kairo entsandt, auf dass er das Fass vorm Überlaufen bewahre...

"OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine herrlich amüsante Parodie auf gängige Agentenfilme. Herrlich allein schon deswegen, weil bisherige Vertreter dieser Sparte, wie "Johnny English" oder dem wesentlich besseren "Austin Powers", sich vor allem durch einen recht platten und albernen Humor und wenig Respekt vor der Vorlage auszeichneten. Doch "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" geht einen ganz anderen Weg. Man vergisst während des Films irgendwann beinahe, dass der Film nicht tatsächlich aus den 60ern ist. Aufbau des Bildes, Schnitt, Kamerafahrten, Kulissen, Ausstattung - das alles ist so liebevoll und akkurat an die "James Bond"-Filme der 60er angelehnt, dass einem als Kenner und Fan dieser Filme wirklich das Herz aufgeht.

Dazu kommt noch der herrliche Charakter des französischen Geheimagenten OSS 117. Eine Parodie auf den frühen James Bond und wie dieser auch rassistisch, sexistisch, gewalttätig, ignorant, arrogant und obendrein ein Arschloch. Dennoch gelingt es dem Film, seinen Hauptcharakter nie komplett unsympathisch erscheinen zu lassen. Das liegt zum einen an der sehr naiven, fast kindlichen Freude, die die Figur an Fremden Dingen und kindischen Spielereien hat und zum anderen am genialen Jean Dujardin, der charmant und witzig wie selten spielt und den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht.

Auch die Handlung des Films ist unglaublich skurril und bietet immer wieder einen gut platzierten Gag, der nicht mit der Brechstange herbeigeführt, sondern ganz geschickt eingesetzt wird. Hühnerkämpfe, sowjetische U-Boote und Nazi-Archäologen ergeben zusammen eine extrem abgedrehte und witzige Handlung, die aber gar nicht so weit von den oft genauso absurden Geschichten der frühen "Bonds" entfernt ist und sie oft genug treffend parodiert. Zudem muss man unbedingt ein Wort zur Synchronisation verlieren, denn Oliver Kalkofe macht hier einen unglaublich guten Job. Die deutsche Synchronisation sprüht nur so vor Witz und man merkt hier wieder einmal Kalkofes Liebe zu Filmen. "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine wirkliche Filmperle für alle Bondfans und diejenigen, die feine, liebevoll gemachte Filme zu schätzen wissen. Tatsächlich - und wer hätte das geahnt? - eine der besten Agentenfilm-Parodien.

7,5/10