Samstag, 12. Dezember 2015

The Amityville Horror - Amityville Horror: Eine wahre Geschichte (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0384806/
 
Am 13. November 1974 erhielt die Polizei einen panischen Anruf, der sie zum Tatort eines grausigen Verbrechens im Haus der Defeos in Amityville, Long Island, führte: eine ganze Familie war in ihren Betten abgeschlachtet worden. In den folgenden Tagen gestand Ronald Defeo (Brendan Donaldson), seine Eltern und die vier Geschwister der Reihe nach im Schlaf erschossen zu haben. Ein Jahr später zieht das junge Ehepaar George (Ryan Reynolds) und Kathy Lutz (Melissa George) mit Kathys drei Kindern Michael (Jimmy Bennett), Billy (Jesse James) und Chelsea (Chloe Moretz) in das Haus, in dem einst das furchtbare Verbrechen geschah. Sie ahnen aber noch nicht, dass ihnen ein wahrer Albtraum bevor steht. Innerhalb der Familie gibt es kleinere Spannungen, weil Sohn Michael Kathys neuen Mann George noch nicht als Vaterfigur akzeptiert, aber ansonsten verläuft das Familienleben sehr harmonisch. Doch das 1692 erbaute Haus bringt den Lutz’ kein Glück. George verändert sich zusehends. Genauso wie Chelsea beginnt er, Erscheinungen und Visionen zu bekommen, die ihn nach und nach seinen Verstand kosten...

Es gab mal eine kleine Epoche, da hatte sich Michael Bay so ziemlich alle Horror-Klassiker vorgenommen und produzierte am laufenden Band Remakes von ihnen. "The Amityville Horror", ein kleiner, feiner Streifen aus dem Jahr 1979 war auch darunter und vor "Friday, The 13th" und nach "The Texas Chainsaw Massacre" ein weiterer Versuch, altbekannten Grusel/Horror in die Neuzeit zu transportieren. Was hier auch recht annehmbar gelungen ist. "The Amityville Horror" überrascht nämlich positiv und erweist sich als äußerst gefälliger Schocker. Erstaunlich subtil geht es hier zu, auf Splatter, Gewalt und Jumpscares wird beinahe vollständig verzichtet. Stattdessen wird hier langsam Atmosphäre aufgebaut, die in den effektiven, aber nicht übertriebenen Schockmomenten mündet. Es geht hier besonders um den mentalen Verfall der von Ryan Reynolds exzellent verkörperten Vaterfigur. Dieser wird geschickt dargestellt, tatsächlich kann der Zuschauer nur schwer zwischen Realität und Wahnvorstellung unterscheiden. Die düstere Atmosphäre des Films wird besonders durch den Score, die Kamera und die genialen Bildkompositionen erzeugt. An modernen Horrorfilmen stört natürlich der "Haunted House"-Faktor. Ein Haus ist die wohl langweiligste Location für einen Horrorfilm. Allerdings ist das Haus in "The Amityville Horror" so bedrohlich designed, dass man es nur schwer als langweilig bezeichnen man. Die beiden Fenster zur Einfahrt thronen wie ein paar Augen in der Mauer und besonders gegen Ende hin sind einige Schockmomente ziemlich wirkungsvoll. Es wäre lediglich wünschenswert gewesen, dass man sich für die Auflösung ein wenig mehr Zeit genommen hätte. Auch die Endszene war einfach nur überflüssig. Dennoch ist "The Amityville Horror" ein klassischer, packender Horror-Thriller, mit wenig geschichtlichem Inhalt, aber viel Atmosphäre.

6,5/10

Von NSM erschien der Film endlich ungeschnitten auf Blu-ray. Obwohl ab 16 freigegeben war bis zu diesem Zeitpunkt keine HD-Auswertung dieses Films vorhanden.