Sonntag, 13. Dezember 2015

十面埋伏 - Shí Miàn Mái Fú - House Of Flying Daggers (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0385004/ 

Im Jahr 859, fast zweieinhalb Jahrhunderte nach ihrer Machtübernahme, ist der Verfall der Tang-Dynastie nicht mehr aufzuhalten. Unruhe herrscht im Großreich China. Eine mächtige Rebellenallianz, genannt das “House of Flying Daggers”, attackiert den unfähigen Kaiser und seine korrupte Regierung. Weil die Untergrundbewegung immer größere Unterstützung beim Volk findet und auch trotz der Ermordung ihres letzten Anführers nicht an Stärke eingebüßt hat, erhalten die Polizisten Leo (Andy Lau) und Jin (Takeshi Kaneshiro) einen fast unlösbaren Auftrag. In nur zehn Tagen sollen sie den neuen Führer der Rebellen identifizieren und festnehmen. Verdächtig, ein Mitglied der Allianz und vielleicht sogar ihr Kopf zu sein, ist vor allem Mei (Ziyi Zhang), eine blinde Tänzerin im Luxusbordell Peony Pavillon. Um mehr über sie und die Rebellen zu erfahren, soll Jin nach einer fingierten Festnahme Mei befreien und ihr Vertrauen gewinnen. Der Plan gelingt, doch auf der langen Flucht durch die Wälder geschieht Unvorhersehbares. Der Polizist und die vermeintliche Revolutionärin verlieben sich. Wie aufrichtig und stark dieses Gefühl ist, wird auf dramatische Weise auf die Probe gestellt…
 
"House Of Flying Daggers" bietet viel fürs Auge und viel für die Ohren. Leider - und im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger "Hero" - auch aber nicht viel mehr. Die Story selbst ist dabei noch nicht einmal die Schlechteste, bleibt aber im Gegensatz zu den unterlegten Bildern farblos und erreicht nie deren Genialität oder gar die des hervorragenden Soundtracks. Diese fehlenden Substanz ist schade, aber zum Glück auch nicht sonderlich prägnant. Dafür zaubert die Kamera malerische Bilder mit brillanten Farbspielereien von hoher Intensität auf den Bildschirm und die überaus gelungene Ausstattung, seien es Kostüme, Kulissen oder die sehr oft eingesetzte Homogenität der Farben und Formen, die guten Darsteller (allen voran Zhang Ziyi) und die wunderbaren Kampfszenen, machen aus "House Of Flying Daggers" einen überaus faszinierenden Eastern im Stile der alten bzw. neuen Klassiker wie etwas Ang Lees "Crouching Tiger Hidden Dragon".

Die genreüblichen und comichaft anmutenden "Flugszenen" sind hier erstaunlich spärlich eingesetzt, ja, fast schon glaubhaft aber eben nur fast. Sie sind durchweg perfekt choreographiert, anmutig, voller Wow-Effekte und besitzen natürlich durchweg den bekannten Fantasy-Charakter ebensolcher Wuxia-Filme. Hier geht es eben mehr um Choreographie als um Gewinner oder Verlierer, wie auch der gesamte Film eher als ein atmosphärisches Kunstwerk mit Liebesdrama und durchgestylten Kampfeinlagen zu sehen ist, als ein geschichtsträchtiges Schlachtenepos. Die Atmosphäre der Landschaftsaufnahmen ist auch überzeugend und vermag einen mitzunehmen. Das alles trägt wohl dazu bei, dass man sich trotz mangelnder Story mit diesem Film nicht langweilt und dass der Film als solcher auch interessant erscheint, obwohl eigentlich fast alles von dem fehlt, was normalerweise zu erwarten wäre. Er hat eben etwas. Etwas anderes.

7,5/10