Dienstag, 15. Dezember 2015

54 - Studio 54 (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0120577/

New York, 1979: Shane O’Shea (Ryan Phillippe) entdeckt das angesagte Studio 54 für sich und bekommt dort einen Aushilfsjob als Barkeeper. Er wird immer beliebter, trifft Prominente wie Andy Warhol und nennt sich Shane 54. Sein Leben dreht sich bald nur noch um Drogen, Sex, Superstars und Exzesse, in seinem Kollegen Greg (Breckin Meyer) und dessen Frau Anita (Salma Hayek), der Garderobiere im Studio 54, findet er sogar eine Ersatzfamilie. Doch nachdem Greg den Studioboss Steven Rubell (Mike Myers) beklaut, beginnt Shane in einer Silvesternacht zu realisieren, dass er in einer Scheinwelt lebt. Sowohl seine Freunde als auch seine Traumfrau Julie (Neve Campbell ) spielen nur mit ihm und jeder ist sich selbst der nächste. Als schließlich die Steuerfahnder vor der Tür stehen, beginnt sich die schillernde Fassade endgültig aufzulösen...

"Studio 54", der Film über den Club in New York Ende der 70er Jahre und die Geschichte eines jungen Mannes mittendrin. Der ganze Spaß ist soundtechnisch, optisch wie schauspielerisch sehr gelungen, hapert jedoch stark an einem Defizit: der Film erzählt viel, ohne wirklich etwas zu sagen. Die Erzählungen und Geschichten über das Leben in dieser Epoche bleibt zu oberflächlich und ein paar tolle poppige Musikstücke, sowie die bunten Disco-Klamotten reichen eben nicht aus um einen guten Film zu schaffen. Die moralisch-ethischen Ansätze sind da, aber eben leider vollkommen lapidar dargestellt.

"Studio 54" ist insgesamt äußerst bemüht dem Zeitgeist der 1970er Jahre zu entsprechen, er macht dabei allerdings einen entscheidenden Fehler und der liegt nicht unbedingt an der modellhaften Geschichte vom Kleinstadtjungen und seinem Traum von der großen Stadt, sondern viel mehr in der Inszenierung selbst, denn das "Studio 54" ist im Film ist einfach viel zu zahm dargestellt. Liest man im Internet über die regelrechten Orgien, die in eben jenem Club zu dieser Zeit in jeder Nacht stattfanden, merkt man schnell, dass der Film diesen nicht im Ansatz gerecht wird. War das legendäre "54" für Sex-, Drogen- und Partyexzesse bekannt, so wirkt das "54" aus dem Film wie eine Feier im angemieteten Partykeller eines kleinstädtischen Schützenclubs. Wirklich schade, denn die Darsteller geben sich wirklich mühe, allen voran Mike Myers, der hier in seiner ersten ernsthaften Rolle als Clubbesitzer Steve glänzen darf. Es ist auch Myers zu verdanken, dass der Film nicht komplett in zensierter Nostalgie untergeht. Schade.

6/10